Mit Hightech gegen das Hochwasser

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Region Im Kanton St. Gallen sind Hochwasser die grösste Natur­gefahr. Bauliche Massnahmen an Gewässern werden durch neue technische Überwachungs­systeme ergänzt. Sie werden immer ausgeklügelter. Die Beispiele im Bergell und beim Triftgletscher zeigen: Hightech-Warnsysteme sind im Vormarsch. Quer durch die Schweiz beobachten Sen­soren und Kameras Lawinen­hänge, als kritisch eingestufte Felsformationen oder Gewässer. Im Kanton St. Gallen gilt Hochwasser als die Naturgefahr Nummer eins. Inzwischen sind an ­allen grösseren Flüssen Warn­systeme installiert. So etwa am Necker, an der Steinach, der ­Sitter, der Goldach, der Linth, der Thur oder auch am Binnenkanal. Am Rhein gibt es Messstellen in Domat/Ems, Oberriet und Diepoldsau, für die der Bund zuständig ist. Insgesamt sind auf Kantonsgebiet 14 Überwachungssysteme aktiv. Sie funktionieren überall gleich: Zeichnet sich aufgrund der Pegelstände ein Hochwasser ab, schicken die Mess­geräte eine Warnung an die kantonale Notrufzentrale.

Dort werde das entsprechende Signal auf dem Bildschirm an­gezeigt, erklärt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Der Verantwortliche löse danach bei der ­zuständigen Feuerwehr einen Alarm aus, der die Einsatzkräfte unter anderem über ihre Pager erreiche. Altstätten gehört zu den Gemeinden, die immer wieder von Hochwasser betroffen sind. Nach den Überflutungen von 2014 wurden neben bau­lichen Massnahmen, die teils noch anstehen, zwei unabhängige Alarmeinrichtungen installiert. So sei man gegen den Ausfall eines Systems abgesichert, erklärt Thomas Stofer, Leiter Technische Be­triebe. Mehrere Meter über dem Stadtbach misst ein an einem Beleuchtungskandelaber angebrachter Radarsensor permanent den Wasserstand. Wird eine bestimmte Höhe erreicht, geht ein Alarm direkt zur Notrufzentrale. Parallel dazu beobachtet eine Videokamera als zusätzliche Kontrollmöglichkeit den Bach. Das zweite System funktioniert über einen Wasserdruckmesser im Brendenbach. (sda)