Mit Fleiss, Geschick und den Mitteln der Globalisierung

BUCHS. Die massiven Regenfälle vor knapp vier Wochen haben in Buchs zahlreiche Keller und Gebäude überflutet. Auch im Kellergeschoss der Scuola Vivante stand das Wasser damals 10 bis 15 Zentimeter hoch. Das sich dort befindende Brütwerk musste umgehend seinen Betrieb einstellen.

Armando Bianco
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Alle packen an: Der Boden muss raus, das Material aus dem Weg. (Bild: pd)

Alle packen an: Der Boden muss raus, das Material aus dem Weg. (Bild: pd)

BUCHS. Die massiven Regenfälle vor knapp vier Wochen haben in Buchs zahlreiche Keller und Gebäude überflutet. Auch im Kellergeschoss der Scuola Vivante stand das Wasser damals 10 bis 15 Zentimeter hoch. Das sich dort befindende Brütwerk musste umgehend seinen Betrieb einstellen. Dank des grossen Einsatzes der Feuerwehr und der Primarstufe konnten auf Anhieb schlimmere Auswirkungen verhindert werden. Mittlerweile hat das Brütwerk im Kellergeschoss einen neuen Boden bekommen.

90 Kubikmeter Material

Der Holzboden der rund 350 Quadratmeter grossen Werkstatt wurde komplett erneuert und abgedichtet, die Arbeiten werden just zum Ende dieser Woche abgeschlossen. Für den Wiederaufbau mussten rund 90 Kubikmeter Material, sprich Werkbänke, Mobiliar, Maschinen und viele Kleinteile verschoben werden. Die Ungunst der Stunde wurde auch dazu genutzt, einige Dinge zu entsorgen.

«Ich bin erstaunt ob der Geschwindigkeit, mit der die Arbeiten vorangegangen sind. Dank Erfahrung, handwerklichen Geschicks und Ideenreichtums zweier Mitarbeiter des Brütwerks passierte das alles nahtlos und ohne Nebengeräusche», freut sich Schulleiter Jürg Mäder. Sein besonderes Lob richtet sich an zwei tatkräftige Männer, Hansjakob Tinner und Peter Eisenhut.

«Eine besondere Herausforderung war das Verschieben des gesamten Materials», so Hansjakob Tinner gegenüber dem W&O, «und dabei hat sich gezeigt, dass es die Globalisierung ohne Paletten nicht gegeben hätte», meint er lachend. Rund 50 Paletten hat er gebraucht, um das Material der Tüftelwerkstatt jeweils herum zu hieven.

Grund für die Überflutung war einerseits Grundwasser, das durch einen Schacht hoch drang, andererseits gelang das Wasser durch einen Fluchtschacht in den Keller. Die Pumpe im Schacht wurde ersetzt, der Fluchtschacht wird fachmännisch abgedichtet – das hätte er als Einrichtung im atomsicheren Bunker sowieso sein sollen.

«Persönliche Geschichten»

Nach der Grobarbeit durch die verschiedenen Beteiligten folgt nun bald die Feinarbeit, welche die Schülerinnen und Schüler selbst übernehmen werden – sofern sie all die vielen Dinge noch dem richtigen Ort zuordnen können. Noch am Tag der Überflutung waren die Kinder als Direktbetroffene sehr eifrig und hilfsbereit. Das Ungewohnte und Ungewollte in ihrem Alltag setzte auch Motivation und Kräfte für die verschiedenen Arbeiten frei. «Im Grundsatz waren sie aber von der Zerstörung ziemlich erschrocken, da das Brütwerk auch viele persönliche Geschichten enthält», weiss Schulleiter Jürg Mäder.

Nach den Sommerferien soll es jedenfalls so schnell wie möglich wieder weitergehen mit dem Brütwerk, wo sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene regelmässig zum Tüfteln und Werken miteinander treffen.

Kellerboden unter Wasser: Feuerwehr und Schüler im Einsatz. (Bild: pd)

Kellerboden unter Wasser: Feuerwehr und Schüler im Einsatz. (Bild: pd)

Mit Teamwork und Konzentration bei der Sache: Peter Eisenhut und Hansjakob Tinner verlegen den neuen Boden im Keller der Scuola Vivante. (Bild: Armando Bianco)

Mit Teamwork und Konzentration bei der Sache: Peter Eisenhut und Hansjakob Tinner verlegen den neuen Boden im Keller der Scuola Vivante. (Bild: Armando Bianco)