Mit dem Töffli über Tessiner Berge

Am Samstag fällt der Startschuss zum sechsten Red-Bull-Alpenbrevet. Erstmals findet die Töfflirundfahrt im Tessin statt. Wie jedes Jahr ist auch Philipp Rhiner aus Salez mit seinem Puch Velux X30 wieder dabei.

Corinne Hanselmann
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Philipp Rhiner mit dem Töffli, das er bei seinem Alpenbrevet-Sieg 2011 als Preis gewonnen hat. (Bild: Corinne Hanselmann)

Philipp Rhiner mit dem Töffli, das er bei seinem Alpenbrevet-Sieg 2011 als Preis gewonnen hat. (Bild: Corinne Hanselmann)

SALEZ/LUGANO. «Dabeisein ist alles», lautet Philipp Rhiners Motto für seine sechste Teilnahme am Red-Bull-Alpenbrevet. «Gewonnen habe ich schon einmal, jetzt bin ich einfach zum Plausch dabei», sagt der 25-Jährige und lacht. «Wichtig ist es, dass wir alle wieder heil nach Hause kommen.» Der Startschuss für die Rundfahrt fällt am Samstag in Lugano. Gemäss Veranstalter erwarten die Teilnehmer in diesem Jahr Palmen und ein atemberaubender Blick über die Tessiner Hügellandschaft.

Nach Italien und zurück

Die 120 Kilometer lange Strecke führt über Valcolla bis zur Flussmündung des Riale di Cozzo und über viele Kurven von Lopagno zurück nach Gombarogno. Beim Fluss Torrente Ri überquert die Route die Grenze zu Italien und führt weiter nach Luino. Von Ponte Tresa über Manno geht es wieder zurück ins Start- und Zielgelände. 1200 junge und ältere Töfflibuben und -mädchen werden gestaffelt zur Rundfahrt aufbrechen. Sie fahren verschiedene Marken, schon fast vergessene Modelle und individualisierte Töffli – viele davon wahre Sammlerobjekte. «Wir werden etwa fünf Stunden unterwegs sein», schätzt Rhiner.

Nicht der Schnellste gewinnt

Wer denkt, dass beim Alpenbrevet lauter auf Geschwindigkeit frisierte Töffli gefahren werden, liegt falsch. Startberechtigt sind nur Fahrzeuge, die dem schweizerischen Strassenverkehrsgesetz entsprechen. Anders als bei den ersten Austragungen geht es nicht mehr darum, der Schnellste zu sein. «Es gewinnt derjenige, welcher am nächsten an der Durchschnittsfahrzeit von allen Teilnehmern liegt», erklärt Rhiner. Deshalb sei es schwierig, auf Sieg» zu fahren. «Mein handgeschalteter Puch Velux X30 fährt auch nur 35 km/h, hat aber dank einigen Optimierungen viel Kraft am Berg.»

Die Startplätze waren auch dieses Jahr heiss begehrt. An vier Terminen wurde ein Kontingent auf der Webseite freigeschaltet. «Ich hatte Glück und habe beim allerletzten Termin noch einen Startplatz ergattert», erzählt Philipp sichtlich erleichtert. Auch Vater Heinz und Schwester Andrea erwischten ein Ticket. So steht dem fast schon traditionellen Familienausflug ans Alpenbrevet nichts mehr im Weg.

Nebst der Auswahl des Outfits – Rhiner möchte als Russe an den Start gehen – stehen noch einige Vorbereitungen an: «Ich muss mein Töffli noch putzen und einen Service machen.»

Tessiner Klima passt dem Motor

Die Familie Rhiner hofft auf gutes Wetter im Tessin. «Bei wärmeren Temperaturen läuft der Motor besser», erklärt Philipp Rhiner, «bei Regen müsste ich ihn anders einstellen.» Gelernt habe er diese technischen Finessen von seinem Vater, der Zweiradmechaniker ist. Von ihm haben er und seine Schwester wohl auch die Begeisterung für den Töfflikult geerbt. «Er war es auch, der uns 2010 auf die Idee brachte, beim Alpenbrevet mitzumachen.» Und ein Ende ist nicht abzusehen.