Mit dem Schlitten den Berg hinunter

Es braucht weder jahrelange Übung noch eine teure Ausrüstung. Die Fahrt mit dem Schlitten wurde schon in frühen Jahren praktiziert und hat bis heute nichts von ihrer Beliebtheit eingebüsst. Auch das Toggenburg bietet zahlreiche Möglichkeiten für eine Abfahrt auf Kufen.

Fanny Urech
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Schlitteln bereitet auch heute noch vielen Leuten Spass. Das Toggenburg bietet zahlreiche Möglichkeiten für eine Abfahrt. (Bild: Michel Canonica)

Schlitteln bereitet auch heute noch vielen Leuten Spass. Das Toggenburg bietet zahlreiche Möglichkeiten für eine Abfahrt. (Bild: Michel Canonica)

TOGGENBURG. Immer mehr weisse Flocken fallen vom Himmel und begeistern tausende von Schneesportfans. Es gibt aber auch jene, die lieber auf Ski, Snowboard und Langlaufschuhe verzichten und sich stattdessen gemütlich hinsetzen wollen. Vorzugsweise auf einer Hügelkuppe, mit einem Schlitten unter dem Allerwertesten und der Vorfreude auf die mehr oder weniger rasante Abfahrt im Bauch. Spass macht es allemal. Das Abenteuer ist in den Kurven versteckt und sportlich betätigen kann man sich auch, zum Beispiel indem man besagten Hügel zu Fuss besteigt.

Erlebnis für alle Generationen

Kaum ist der erste Schnee gefallen, sieht man wieder an jedem Abhang Kinder, die auf runden Kunststofftellern, alten Reifen oder Bobs die Steigung hinunterrutschen. Im Notfall dient auch eine Plastiktüte. Die beliebteste Unterlage bleibt aber der altbewährte Holzschlitten. Auch Jugendliche und Erwachsene finden Gefallen an dieser Art von Fortbewegung im Winter. Schüler schlitteln vom Hügel hinunter in die Schule, und Mütter ziehen damit ihre Kinder und den Einkauf nach Hause. Schnell oder langsam, die Geschwindigkeit spielt keine Rolle und kann ganz dem eigenen Geschmack angepasst werden. Sollte das Schlittelerlebnis aber ein wenig aufregender werden als immer dieselben zwei Meter hoch und wieder runter, so bietet das Toggenburg auch hier diverse Möglichkeiten für alle Ansprüche.

Zu Fuss auf den Berg

Wer die sportliche Aktivität zu schätzen weiss, der kann seinen Schlitten aus eigener Kraft den Hügel hinaufziehen. Geeignete Pisten dafür findet man in Nesslau, Ebnat-Kappel, Wattwil, Hemberg, Lichtensteig und Mosnang. Als Pisten werden hierbei aber meistens Strassenabschnitte bezeichnet. Die Strecke Schneit–Ijental in Nesslau und die Strasse vom Köbelisberg nach Lichtensteig werden über den Winter extra für Autos gesperrt, damit sich die Schlittler gefahrlos austoben können. Auch der Abschnitt Hemberg–St. Peterzell wird am Wochenende verkehrsfrei gehalten. Auf den restlichen «Schlittelbahnen» muss mit Verkehr gerechnet werden. Dank des Schnees sind die Strassen aber kaum befahren, und die Autofahrer, die sich auf die steilen Wege wagen, fahren eher langsam und vorsichtig. Trotz der Gefahr, anderen Fahrzeugen zu begegnen, sind auch die Strecken Hüsliberg–Sonnhalb und Nestenberg–Schattenhalb in Ebnat-Kappel sehr beliebt. Mit über drei Kilometern sind sie die längsten offiziellen Abfahrten im unteren Toggenburg, die zu Fuss geschafft werden müssen.

Wohlverdiente Verpflegung

Wer seinen Schlitten den Hügel hochgezogen hat, der darf sich eine Pause in einem gemütlichen Bergrestaurant oder einer Schlittelbeiz gönnen. Dort können sich die Schlittler verpflegen lassen, sowohl mit einem kleinen Imbiss als auch mit einem heissen oder kalten Getränk. Manche Restaurants, wie zum Beispiel die Bergwirtschaft Köbelisberg, bieten auch einen Fondueplausch für besonders Ausgehungerte an. Immerhin verbraucht es einiges an Energie, den Schlitten zwei Kilometer den Berg hochzuziehen.

Nach dem Essen kann die Abfahrt in der Dunkelheit genossen werden. Hierbei ist allerdings eine Taschenlampe sehr empfehlenswert. Wer lieber aufs Restaurant verzichten möchte, allerdings nicht auf die Stärkung, der kann sein Picknick auch selber mitbringen. Für einen trockenen Sitzplatz ist dank dem Schlitten bereits gesorgt, und warme Kleider sollte man für die Abfahrt sowieso tragen, also kommt man auch nicht zum Frieren. Falls doch, hilft immer noch ein heisser Tee aus der Thermosflasche.

Spontan mit der Bahn

Für diejenigen, die es lieber etwas bequemer haben und die Abfahrt dem Aufstieg vorziehen, bietet das Obertoggenburg ein wahres Schlittelparadies. Dank mehrerer Bergbahnen kann man sich bequem in die Höhe transportieren lassen. Dort lässt sich die Aussicht geniessen, ohne dass man sich zuerst von der Anstrengung erholen muss. Anschliessend geht es voller Energie mit dem Schlitten wieder ins Tal hinunter.

Auch für jene, die sich ohne Schlitten auf den Weg gemacht haben und dies beim Anblick der verschneiten Hänge bereuen, gibt es eine passende Lösung. Die Bergbahnen bieten nämlich Schlitten an, die gemietet werden können. Dies ermöglicht auch ein spontanes Abenteuer auf Kufen.

Informationen über den Zustand der Schlittelbahnen und die Öffnungszeiten der Restaurants sind beim jeweiligen Verkehrs- oder Tourismusbüro des Ortes oder in den Berggasthöfen erhältlich. Über die Öffnungszeiten und Preise der Bergbahnen kann man sich auch im Internet informieren.