Mildere Strafen nach Attacke vor einem Buchser Club

BUCHS/ST. GALLEN. Mit Fausthieben und Fusstritten haben mehrere Männer Ende Februar 2011 während der Fasnacht vor einem Club in Buchs einen Besucher bewusstlos geschlagen und schwer verletzt. Das Kantonsgericht hat nun die Strafen gegen drei Männer gemildert, gegen einen verschärft.

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BUCHS/ST. GALLEN. Mit Fausthieben und Fusstritten haben mehrere Männer Ende Februar 2011 während der Fasnacht vor einem Club in Buchs einen Besucher bewusstlos geschlagen und schwer verletzt. Das Kantonsgericht hat nun die Strafen gegen drei Männer gemildert, gegen einen verschärft.

Zu fortgeschrittener Stunde kam es unter mehrheitlich betrunkenen Clubbesuchern zu Provokationen und einer Schlägerei. Ein Mann wurde schwer verletzt ins Spital gebracht (W&O vom Mittwoch).

Die Täter sollen das Opfer mit Fäusten, Knien und Füssen brutal traktiert haben – manche auch dann noch, als der Mann bereits blutend und bewusstlos auf dem Boden lag. Zwei Tatbeteiligte wurden bereits rechtskräftig verurteilt. Der ältere akzeptierte die Freiheitsstrafe von sieben Jahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung. Der jüngere fiel noch unter das Jugendstrafrecht und erhielt einen Freiheitsentzug von 27 Monaten.

Fehlende Beweise

Am Dienstag standen vier Angeklagte, die ihre erstinstanzlichen Urteile nicht akzeptierten, in St. Gallen vor Kantonsgericht. Gestern wurde das Urteil bekanntgegeben. Laut dem vorsitzenden Richter beschuldigten sich alle vier gegenseitig. Das Gericht habe sich deshalb vor allem auf die Zeugenaussagen abgestützt. Mangels Beweisen milderte es die erstinstanzlichen Strafen in drei Fällen.

Ein heute 34jährigen Kosovaren, der im vorzeitigen Strafvollzug sitzt und in Fussfesseln an die Urteilseröffnung geführt wurde, hat es als einzigen wegen versuchter vorsätzlicher Tötung verurteilt. Die Strafe der Vorinstanz reduzierte es jedoch von acht auf sechs Jahre und drei Monate, weil es nicht alle Vorwürfe als erwiesen betrachtet.

Tod nicht in Kauf genommen

Die anderen drei Angeklagten haben laut dem Gericht den Tod des Opfers nicht in Kauf genommen. Deshalb sprach es sie lediglich wegen versuchter schwerer Körperverletzung schuldig. Die Strafe gegen einen 23jährigen Italiener reduzierte es von viereinhalb Jahre auf eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Auch für einen 25jährigen Serben wurde die Strafe reduziert, von sechs auf drei Jahre und vier Monate. Laut dem Gericht haben die Männer zwar auch auf das wehrlose und völlig betrunkene Opfer eingeprügelt, aber aufgehört, als es bewusstlos am Boden lag, sagte der Gerichtsvorsitzende.

Hingegen glaubte das Kantonsgericht einem 28jährigen Serben nicht, der damals als Security-Mann ohne Bewilligung im Club arbeitete und das völlig betrunkene Opfer mit Schlägen aus dem Club geprügelt hatte, bevor es draussen weiter zusammengeschlagen wurde. Es verschärfte die bedingte Strafe von 18 Monaten der Vorinstanz auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten.

Die Staatsanwaltschaft hatte allen vier Angeklagten versuchte vorsätzliche Tötung vorgeworfen und Freiheitsstrafen von viereinhalb, sechs, sieben und acht Jahren gefordert. (sda)