MELS/BUCHS: Ein Freispruch im Hells-Angels-Prozess

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hat einen 48-Jährigen freigesprochen. Er war angeklagt, im Mai 2015 das Heim der Hells Angels angezündet zu haben.

Reinhold Meier
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Das brennende Haus der Hells Angels wird von der Feuerwehr gelöscht. (Bild: Kapo)

Das brennende Haus der Hells Angels wird von der Feuerwehr gelöscht. (Bild: Kapo)

Reinhold Meier

Der Freigesprochene hatte stets alles bestritten und unbekannte Dritte für die Tat verantwortlich gemacht. «Warum sollte ich Feuer legen, ich hätte mir doch nur selbst geschadet», hielt er fest. Ein Unbekannter stecke dahinter. In der Region war die Gerüchteküche jedoch nach dem Brandanschlag auf das Heim der Hells Angels hoch gekocht. Dies auch, weil die 1,3 Millionen Franken schwere Villa am Werdenbergersee seinerzeit zum Verkauf stand. Es war sogar über eine Abrechnung im Rockermilieu spekuliert worden, obschon die Poliz ei dahingehend schon damals klar widersprochen hatte.

Das Gericht hat nun mit seinem Urteil klargestellt, dass an den Vorwürfen gegen den Beschuldigten nichts dran ist und hat ihn damit rehabilitiert. Zwar gebe es Indizien, hiess es, doch genügten diese nicht, um das Gericht von der Schuld des Mannes zu überzeugen.

Die Vorverurteilung in Boulevardmedien wurde kritisiert, sie bewegten sich an der Grenze zur Persönlichkeitsverletzung. Im Gerichtssaal gaben sich gestern derweil rund 20 Polizisten und Hells Angels ein Stelldichein als Zuschauer.3