MELS: Saftige Strafe für Räuber und Diebe

Im dreitägigen Prozess gegen sechs Diebe und Räuber aus der Region hat das Kreisgericht Mels hohe Haftstrafen verhängt. Die Haupttäter zeigten sich reuig, zwei Uneinsichtige kassierten eine empfindliche Lehre.

Reinhold Meier
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Nebst Raubüberfällen wurden der Bande auch zahlreiche Einbrüche zur Last gelegt. (Bild: sgtb)

Nebst Raubüberfällen wurden der Bande auch zahlreiche Einbrüche zur Last gelegt. (Bild: sgtb)

Reinhold Meier

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Die schwersten Vorwürfe lasteten auf einem 34-jährigen Kaufmann, der rund 85000 Franken ergaunert hatte, durch die Unterschlagung von 1000 Handys, zahlreiche Einbrüche und zwei Raubüberfälle. Deren Ziel waren zwei Tankstellen im Raum Werdenberg-Sarganserland und Liechtenstein gewesen. Die Angestellten hatte er mit geladener Waffe in Angst und Schrecken versetzt. Erst als ein dritter Raub in Trübbach fehlschlug, wurde der Mann samt seiner drei Komplizen gefasst. So konnten weitere geplante Raubzüge in letzter Minute verhindert werden.

An Schranken zeigte sich der Mann geständig und überaus reuig. Unter Tränen wiederholte er seine Bitte um Entschuldigung. «Ich gehe eher betteln, als so etwas je wieder zu machen.» Allein die Frage, wie es zu den Taten kommen konnte, liess er offen. Das Gericht verhängte fünfeinhalb Jahre Haft und blieb damit ein Jahr unter dem Antrag der Anklage sowie leicht unter jenem der Verteidigung. Der Täter wurde zudem auf Forderungen von über 75 000 Franken behaftet, erhielt eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen und muss die Kosten des Verfahrens tragen, 32 500 Franken. Eine Ausschaffung nach der Gefängniszeit gilt als höchstwahrscheinlich, wird aber nicht jetzt vom Gericht, sondern dann vom Migrationsamt entschieden.

«Ein lächerlicher Antrag»

Sein Kompagnon erhielt vier Jahre Haft. Neben der Beteiligung an einem Raub schlugen bei ihm fast zwei Dutzend Einbrüche zu Buche. Die Verteidigung hielt ein Strafmass von bloss 27 Monaten für angemessen, davon 24 bedingt. Unter Abzug der dreimonatigen U-Haft wäre der Mann somit auf freien Fuss gekommen, – für die Anklage schlicht «lächerlich». Auch das Gericht gelangte zur Überzeugung, dass eine Bewährung unmöglich sei. «Ohne Zugriff hätten sie weitergemacht.» Zur Haft muss der Mann rund 8000 Franken Schadensersatz und Genugtuung leisten sowie 33 500 Franken Verfahrenskosten.

Für zwei weitere Mitglieder der Bande erwies sich ihr Urteil als deftige Überraschung. Das Gericht ging bei ihnen empfindlich über den Antrag der Anklage hinaus und verhängte statt der beantragten bedingten zwei Jahre Haft jeweils acht Monate Knast und zwar unbedingt. Dazu setzte es weitere 22 Monate bedingt. Dies, weil sie einen wesentlichen Tatbeitrag geliefert hatten, den sie offenbar nicht einsehen mochten. «Wir sind überredet worden», erklärten sie. Oder sie seien bekifft gewesen. Dass sie mit durchgeladener Waffe Unschuldige überfallen hatten, schien ihnen unklar. Von Einsicht und Reue keine Spur. Es bleiben ihnen ferner Verfahrenskosten von je rund 20000 Franken

Die beiden letzten Mitglieder der in wechselnden Besetzungen aktiven Einbrecherbande waren zwar nicht an den Raubüberfällen beteiligt. Der «aktivere» der beiden erhielt trotzdem dreieinhalb Jahre Haft, nicht zuletzt, weil er einen Raub mitvorbereitet hatte. Er muss Zivilforderungen in Höhe von rund 9000 Franken leisten und Verfahrenskosten von 16 500 Franken. Die Verteidigung wollte es mit einer bedingten Haftstrafe bewenden lassen, ohne Chance.

Alle sind hier daheim

Der Mann zeigte sich jedoch reuig und geständig, ebenso wie sein Kompagnon. Bei diesem liess das Gericht den Vorwurf der Gewerbsmässigkeit seiner Diebestour fallen. Am Ende resultierte für ihn eine Geldstrafe von ­ 360 Tagessätzen à 50 Franken.

Weitere Forderungen wurden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. In Einzelfällen erfolgten Freisprüche oder Einstellungsverfügungen. Die Bande hatte ihre Taten vor rund drei Jahren über Monate hinweg verübt. Ins Visier nahm sie Firmen, Läden, Verwaltungen und Vereinsheime im Werdenberg-Sarganserland sowie im Fürstentum Liechtenstein. Alle Täter sind in Dörfern der Region verwurzelt, drei als Schweizer, die drei anderen als hier geborene und aufgewachsene Niederlasser.

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