Meine Sicht als ehemaliger Schüler der KSS

«Ein krasser Fall von Mobbing» und «Mathematik verliert an Gewicht» Ausgaben vom 13. und 15. Januar 2015 «Amtschef wollte Probleme aussitzen» Ausgabe vom 19. Januar 2015

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Als ehemaliger Schüler von S. habe ich die Artikel vom 13. und 15. Januar mit grossem Interesse gelesen. S. hatte mich während meiner Zeit an der KSS (Kantonsschule Sargans) mit seinem Unterricht immer wieder für die Mathematik begeistert. Ich habe auch mit Erfolg an Mathematikwettbewerben teilgenommen.

Sicher gab es auch einige Mitschüler, die grosse Mühe hatten, dem Unterricht von S. zu folgen. Einige wechselten das Schwerpunktfach oder verliessen die KSS, um zum Beispiel eine Lehre zu absolvieren. Die Situation war für die jeweiligen Schüler zwar schwierig, auf längere Sicht aber zu ihrem Vorteil. Sie fanden wieder neue Motivation im neuen Schwerpunktfach oder im Beruf. Es war zu ihrem Vorteil, dass sie früh genug erkennen konnten, dass ein technisches Hochschulstudium nicht das Richtige für sie sein wird. Diejenigen, die unter S. die Matur gemacht haben, waren für den mathematischen Teil eines Hochschulstudiums bestens gerüstet. Dies kann heute von vielen Hochschulanwärtern aus meiner Sicht nicht mehr behauptet werden. Ich habe an der ETH Zürich schon mehrmals Studenten im ersten Semester unterrichtet und Basisprüfungen korrigiert. Viele Studenten erleben beim Übergang in die Hochschule in Mathematik einen Schock. Es scheint mir, dass in vielen Kantonsschulen ein falsches Bild von der Mathematik vermittelt wird. Die Studenten sind mit den grundlegendsten Konzepten der Mathematik, zum Beispiel wie man eine Aussage beweist, nicht vertraut. Wenn ich jeweils die haarsträubenden Argumentationen und Fehlschlüsse sehe und daran denke, dass diese Leute vielleicht einmal Brücken oder elektrische Geräte konstruieren, kommt mir ein mulmiges Gefühl. Unsere Klasse wurde von Herrn Wurster, dem Rektor der KSS, in Wirtschaft und Recht unterrichtet. Die Tatsache, dass ich mich nicht mehr an seine Antworten auf unsere Fragen erinnere, lässt darauf schliessen, dass er mich wenig überzeugen konnte. Ich fände es nicht uninteressant, was wohl eine Untersuchung des Unterrichts von Herrn Wurster ergeben würde. Jedenfalls sollte ein Lehrer, der andere Lehrer kritisiert, sich auch selber Kritik gefallen lassen müssen.

Markus Sprecher Haberweidstrasse 26, 8610 Uster

Einen treuen Fürsprecher gefunden

Lehrer S. hat in Journalist Rohner einen treuen Fürsprecher gefunden, will aber trotz Schuldzuweisungen an alle anderen doch lieber anonym bleiben. Wegen der Pflicht zur Wahrung des Amtsgeheimnisses, von dem er offenbar niemanden zu entbinden gedenkt, hat er auch keine umfassende Gegendarstellung zu befürchten. Stattdessen spannt Rohner über Amtsleiter Mattle den Bogen weit und zunehmend losgelöst vom Fall S., über Belanglosigkeiten und Behauptungen bis hin zu Unterstellungen. So drängt sich die Frage auf, ob da S. und sein freier Journalist nicht allzu sehr von inner-rheintalischen Animositäten getrieben werden.

Dr. Marco Reichmuth

Weiherweg 9c, 9300 Wittenbach