«Mein Beruf ist auch mein Hobby»

Schon mit vier Jahren begann Jasmin Notari-Wälti mit Ballettunterricht. Seit mehreren Jahren führt sie ihre eigene Ballettschule in Sargans und Sevelen. Im Januar tanzt sie bei der Operette Balzers in der «Fledermaus».

Esther Wyss
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Ballett und Tanz sind ihre Welt: Jasmin Notari-Wälti aus Sevelen. (Bild: Esther Wyss)

Ballett und Tanz sind ihre Welt: Jasmin Notari-Wälti aus Sevelen. (Bild: Esther Wyss)

SEVELEN. Weisse Strumpfhosen, weisser Body, rosa Ballettschuhe, das Haar mit Spängeli zu einem strengen Dutt zusammengefasst, erscheinen die Mädchen pünktlich zum Ballettunterricht. Die Stunde beginnt mit der Plié-Übung, die in allen Positionen durchgeführt wird. Zuerst zeigt Ballettpädagogin Jasmin Notari die Übung ohne Musik. Nachher machen es die Schülerinnen mit Musik nach, erst rechts und dann links. Die Mädchen sind eifrig beim Training und kontrollieren ihre Haltung im Spiegel. Die Lehrerin lobt und korrigiert. Es herrscht eine locker konzentrierte Atmosphäre.

Beruf als Berufung

Mit vier Jahren hat Jasmin Notari mit Ballettunterricht begonnen und mit neun Jahren mit Synchronschwimmen beim SC Flöss angefangen. Bereits mit 17 Jahren schaffte sie es ins Junioren-Nationalteam. Als Elfjährige choreographierte Notari für ihre Cousinen Aufführungen für Familienfeste. «Choreographie kann man nicht lernen, man muss ein Gefühl für Musik und Bewegung haben. Wenn ich Musik höre, kommen mir die Ideen wie von selbst», sagt sie. Schon während der KV-Lehre unterrichtete sie die «Kleinen» für ihre Ballettlehrerin Beatrice Herzog. Nach abgeschlossener Lehre begann sie die dreijährige Ausbildung zur Ballettpädagogin bei Gerda Arb im Ballett-Center Zürich und schloss das Student-Teacher-Diplom mit Auszeichnung ab. Schon seit fast zehn Jahren führt sie ihre eigene Ballettschule in Sargans und Sevelen. Sie unterrichtet mit Begeisterung und sagt: «Am Anfang heisst es üben, üben, üben. Das harte Training stärkt das Selbstbewusstsein und gibt ein gutes Körpergefühl. Die Kinder lernen sich zu konzentrieren und Disziplin. Dabei geht es immer um die Freude an der Bewegung.»

Tanzen vereint

Seit vergangenem Sommer ist Jasmin Notari mit ihrem langjährigen Lebenspartner Gianni Notari verheiratet. Ihr Mann ist ein begeisterter Tänzer. Im Januar werden die beiden bei der Operette Balzers ein Pas de Deux zur Ouverture der Operette «Die Fledermaus» tanzen. «Das Tanzen vereint uns», sagt Jasmin Notari-Wälti. Sie ist bereits das vierte Mal bei der Operette Balzers als Choreographin und Tänzerin dabei. «Die Zusammenarbeit mit Regisseur Jean-Claude Bordet schätze ich sehr. Ich choreographiere gerne, aber meine Leidenschaft gilt dem Tanzen.» In ihrer Freizeit backt, zeichnet und liest sie gerne. Allerdings habe sie wenig Freizeit, denn ihr Beruf ist ihr Hobby.

Herzblut und Wille

Ihrer Mutter gegenüber empfindet sie grosse Dankbarkeit: «Sie hat mir ermöglicht, das zu werden, was ich heute bin. Wenn man etwas wirklich will, und es mit Herzblut macht, dann gelingt es auch.» Als Abschluss der Stunde dürfen die Mädchen einen Charaktertanz aufführen. Dabei werden Koordination, Positionsverschiebung, Takt- und Rhythmusgefühl geschult. Fröhlich lachend stellen sich die Mädchen auf und tanzen begeistert zur rassigen Musik. Sie wirbeln durcheinander, wechseln die Seiten und stellen sich neu auf. Nach 60 Minuten ist die Stunde zu Ende. Die Mädchen strahlen, das Training hat ihnen sichtlich Freude bereitet.

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