Mehrere Tote und Verletzte in einem «Anti-Terror-Einsatz» in Kiew

SLOWJANSK. In Gefechten mit prorussischen Separatisten sind in der Ostukraine am Wochenende mehrere Menschen getötet und verletzt worden.

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SLOWJANSK. In Gefechten mit prorussischen Separatisten sind in der Ostukraine am Wochenende mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Die prowestliche Führung in Kiew hatte das Vorrücken von Spezialeinheiten angeordnet, weil bewaffnete Gruppen in der Stadt Slowjansk mehrere Verwaltungsgebäude besetzt hielten. «Es wurden Kräfte aus allen Landesteilen herangezogen», sagte Innenminister Arsen Awakow. Auf Regierungsseite sei mindestens ein Offizier getötet worden, fünf weitere Menschen seien verletzt worden, sagte er. Auf der Gegenseite habe es eine unbekannte Zahl an Opfern gegeben. Awakow warf den Separatisten vor, Zivilisten als lebende Schutzschilde zu missbrauchen.

Separatisten wollen ausharren

Augenzeugen zufolge stand Rauch über Slowjansk – die Demonstranten hätten Barrikaden aus Autoreifen angezündet, hiess es. Über der Stadt mit mehr als 100 000 Einwohnern kreisten Militärhelikopter. Ein Sprecher der Separatisten sagte im russischen Fernsehen, die Aktivisten würden nicht aufgeben. Kiew wirft Russland «Aggression» vor. Moskau wolle das Gebiet durch bezahlte Provokateure destabilisieren und dann einmarschieren.

Am Nachmittag beruhigte sich die Lage etwas. Laut der Lokalzeitung «Nowosti Donbassa» hatten Regierungstruppen bis dahin den Grossteil der Stadt wieder unter Kontrolle. Auch aus der Nachbarstadt Krasni Liman im Norden der Oblast Donezk sollen die Separatisten wieder vertrieben worden sein. Übergangspräsident Alexander Turtschinow kündigte an, die Offensive der Regierungskräfte noch auszuweiten. Ein «umfassender Anti-Terror-Einsatz» unter Beteiligung der Armee sei geplant.

Lawrow weist Vorwürfe zurück

Die USA drohten Russland mit weiteren Konsequenzen, sollte es nichts zur Entspannung in der Ostukraine unternehmen. Aussenminister Kerry warf seinem Moskauer Amtskollegen am Telefon «abgestimmte» Aktionen vor. Die Separatisten seien mit speziellen russischen Waffen ausgerüstet. Lawrow wies dies zurück. (dpa)

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