Mehr Tierschutzfälle, mehr Beschwerden und Drohungen

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St. Gallen/Unterwasser Im Nachgang zum Fall Hefenhofen (der W&O berich­tete) hat die St. Galler Regierung Stellung zur Situation des Tierschutzes im Kanton genommen. Die Auskünfte zeigen, dass sowohl die Strafanzeigen als auch die Beschwerden gegen Massnahmen zunehmen. Immer wieder gibt es Drohungen. Nun wolle er einen Überblick über die Situation im Kanton St. Gallen gewinnen, schrieb Kantonsrat Martin Sailer, parteiloses Mitglied der SP-­Grüne-Fraktion, in seinem Vorstoss, den er in der Septembersession einreichte.

Inzwischen liegen die Antworten der Regierung auf die detaillierten Fragen vor. Darin wird etwa erklärt, wie die Kontrollen ablaufen und wer dafür zuständig ist. Dazu gibt es Zahlen zu den verschiedenen Verfahren. 2016 hat das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (AVSV) 136 Strafanzeigen gegen St. Galler Tierhalter eingereicht. Die Zahl steige seit Jahren kontinuierlich an, heisst es in der Stellungnahme der Regierung.

Der Aufwand für den Vollzug der Tierschutzgesetzgebung habe in den letzten Jahren ständig zugenommen und diese Entwicklung gehe ungebrochen weiter: «Ein unaufhörlicher Trend» bestehe darin, dass sich die betroffenen Personen häufiger gegen die Massnahmen der Behörden bis vor Gericht wehrten oder mit Gewalt drohten. Drohungen gegen Kontrolleure kämen wöchentlich vor, heisst es in der Stellungnahme. Die erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten in vielen Fällen heikle Situationen entschärfen. Ungefähr 20-mal im Jahr würden sie jedoch mit ernsthaften Drohungen konfrontiert oder sogar tätlich angegangen, heisst es in der Antwort der Regierung weiter. (sda)