Mehr Raum für Fauna und Flora

Der Werdenberger Binnenkanal (WBK) wird im Abschnitt ARA Buchs bis Ochsensand ökologisch aufgewertet. Das 6,6-Millionen-Franken-Projekt soll noch diesen Herbst öffentlich aufgelegt werden.

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Der Binnenkanal zwischen ARA Buchs und Ochsensand soll ökologisch aufgewertet werden, wie hier an der Mündung von Kanal und Wettigiessen. (Bild: Thomas Schwizer)

Der Binnenkanal zwischen ARA Buchs und Ochsensand soll ökologisch aufgewertet werden, wie hier an der Mündung von Kanal und Wettigiessen. (Bild: Thomas Schwizer)

BUCHS. Das Werdenberger Binnenkanalunternehmen als Eigentümer des Werdenberger Binnenkanals will diesen im Abschnitt ARA Buchs bis Ochsensand (Einmündung Giessen in den WBK) ökologisch aufwerten, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Für die erste Beurteilung dieses Vorhabens liess das WBK-Unternehmen eine Machbarkeitsstudie erstellen, die eine mögliche ökologische Aufwertung aufzeigt.

Rascher Abfluss gewährleisten

Ziel dieser Studie war es, Lebensräumen für Fauna und Flora zu schaffen, abwechslungsreiche und natürliche Gewässerstrukturen zu gestalten, Auenwaldgebiete zu revitalisieren sowie das Naherholungsgebiet für die Gemeinde Buchs zu erweitern. Selbstverständlich müsse dabei die rasche Ableitung des Wassers gewährleistet bleiben.

Diese Studie zeige nun, dass die Zielvorgaben erfüllt werden können und diese Aufwertungen bei weitem sämtliche bis anhin durchgeführten Massnahmen am WBK übertreffen, heisst es in der Mitteilung weiter. Das Projekt wird in drei Abschnitte unterteilt, die unabhängig voneinander realisiert werden können. Damit sei eine gewisse Flexibilität in der Umsetzung baulich und zeitlich möglich. Auf die heute bestehenden Werkleitungen werde soweit als möglich Rücksicht genommen. Im mittleren Abschnitt soll das Gerinne in das angrenzende Waldareal verlegt und der heutige Kanal aufgefüllt werden.

Ortsgemeinde mit Bedingungen

Eigentümerin der angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen sowie des Waldareals ist die Ortsgemeinde Buchs. Die Projektidee wurde dem Ortsverwaltungsrat am 2. Mai 2013 vorgestellt. Dieser unterstütze diese Projektidee unter den Bedingungen, dass eine allfällige Ersatzaufforstung im Bereich des aufgefüllten Kanals erfolgen soll, dabei kein Landwirtschaftsland verloren geht, das gesamte Gebiet für die Öffentlichkeit uneingeschränkt zugänglich und die Zufahrt im gesamten Projektperimeter für Land- und Forstwirtschaft gewährleistet bleibt. Diese Bedingungen werden ins Auflageprojekt aufgenommen. Gemäss Machbarkeitsstudie (Grobkostenschätzung) sind für dieses Projekt mit Gesamtkosten von rund 6,6 Mio. Franken zu rechnen. Bund und Kanton unterstützen das Projekt mit entsprechenden Subventionsbeiträgen.

«Ebenso haben einige Umweltschutzorganisationen finanzielle Unterstützung für dieses Projekt in Aussicht gestellt. Die noch offene Restfinanzierung wird nun noch sichergestellt, indem weitere Dritte wie Stiftungen oder die Standortgemeinde Buchs um Beiträge angefragt werden», heisst es in der Mitteilung. Entsprechend der Terminplanung soll das Auflageprojekt bis Ende Juli vorliegen.

Wenig ökologisch gebaut

Anschliessend wird das Projekt dem Kanton zur Vernehmlassung bis Ende September unterbreitet. Danach solle das Projekt zwischen Oktober und Ende November öffentlich aufgelegt werden. Falls keine Einsprachen eingereicht werden, könnte das Projekt zwischen Dezember 2014 und Januar 2015 genehmigt und danach mit dem Bau der ersten Ausbauetappe ab Februar/März 2015 begonnen werden.

Im Zusammenhang mit der Rheinkorrektion wurde der Binnenkanal in den Jahren 1870 bis 1885 ausgebaut. Der Kanal gilt als Vorfluter, der alle Gewässer der linken Rheintalflanke von Wartau bis Sennwald aufnimmt und bei Lienz/Altstätten in den Rhein ableitet. Um das Wasser so rasch als möglich ableiten zu können, wurde der WBK damals als technisches Bauwerk mit einem kanalförmigen Gerinne gebaut, dass wenig ökologische Werte aufweist. (pd/ht)

Im mittleren Abschnitt soll das Gerinne laut der Projektidee in das angrenzende Waldareal verlegt werden. (Bild: pd)

Im mittleren Abschnitt soll das Gerinne laut der Projektidee in das angrenzende Waldareal verlegt werden. (Bild: pd)

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