«Mehr, als wir erwartet haben»

In diesem Winter dürfen die Schlittschuhe in zwei Werdenberger Gemeinden geschnürt werden. Im Buchser Zentrum herrscht seit Wochen Hochkonjunktur, am anderen Ende der Skala befindet sich die Anlage beim Fussballplatz Haag.

Robert Kucera
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Die hilfreichen Pinguine werden nicht nur von den kleinsten Schlittschuhläufern rege genutzt. (Bild: Robert Kucera)

Die hilfreichen Pinguine werden nicht nur von den kleinsten Schlittschuhläufern rege genutzt. (Bild: Robert Kucera)

BUCHS. Kinder jeden Alters gleiten übers Eis. Die einen ziemlich wacklig, anderen darf man ohne weiteres Talent in dieser Sportart zusprechen. Erwachsene, jahrelang der glatten Oberfläche fern geblieben, erinnern sich an Jugendjahre und entdecken das Laufen auf Kufen wieder. Es scheint, wie wenn eine ganze Region just auf das Erlebnis Schlittschuhlaufen gewartet hätte. Das Werdenberg hat es geschafft, in der Wintersaison 2015/16 um zwei Attraktionen reicher zu werden. Doch richtig zufrieden mit dem Publikumsaufmarsch ist man nur auf einer Anlage.

Positive Feedbacks

«Dafür, dass es das erste Jahr ist, bin ich extrem zufrieden», äussert sich Arthur Gassner, Geschäftsführer D'Gass in Buchs, hocherfreut. Sowohl die zahlreichen Gäste auf dem Eis als auch deren positives Feedback lassen nur ein Zwischenfazit zu: «Mehr, als wir erwartet haben.» Schlittschuhlaufen hat sich diesen Winter zum speziellen Erlebnis für jedermann gemausert.

Treffpunkt für jedermann

Das Eisfeld im Herzen von Buchs ist aber mehr als ein Sportplatz. «Die jüngeren Leute sind begeistert, dass mal etwas los ist, dass man bei Musik Eislaufen gehen kann», so Gassner. D'Gass ist am Wochenende der Treffpunkt für alle.

Viel zur Beliebtheit beigetragen hat die Massnahme, dass der Morgen (10 bis 11.30 Uhr) den Schulklassen gehört – gratis. «Jeder Morgen war ausgebucht», so Arthur Gassner. Dass es so bleibt, ist mehr als wahrscheinlich. Ins Schwarze traf man auch mit dem Event Eisstockschiessen an drei Abenden unter der Woche. Auch hier ist der D'Gass-Geschäftsführer überrascht worden, wie populär und rege genutzt die Wintersportart ist. Den grössten Zuschaueraufmarsch beim individuellen Eislaufen erreichen die Wochenendtage. Samstags und sonntags füllt sich das Eis im Zentrum von Buchs. Einen Monatvor dem Ende der Premierensaison kann Gassner bereits vermelden: «Wir sind so sehr zufrieden, dass wir es auch nächstes Jahr machen.»

Zu warmes Wetter

Worte, die Claudio Hartmann, Präsident des FC Haag, gerne sagen würde. Denn die Plastik-Eis-Anlage beim Fussballplatz hatte so ihre Tücken: «Aus unserer Sicht war es leider zu warm. Akuter Schneemangel und fehlende Winterstimmung waren nicht förderlich», bedauert er. Auch die Anlage selbst litt. «Als es zu warm war, kühlten die Platten zu wenig.» Hartmanns Zwischenbilanz: «Wir sind nicht zufrieden.»

Dabei fing im Dezember alles positiv an, der FC-Präsident spricht von einem Publikumsaufmarsch, der «gut bis okay» war. Besonders ab Freitagabend herrschte Andrang. Vorsichtig optimistisch blickt Hartmann in Richtung Sportwoche, die nächste Woche über die Bühne geht. «Es wird interessant zu beobachten sein, was herauskommt.» Eventuell haben sich viele Leute den Besuch auf nächste Woche aufgespart.

Doch bleiben die Gäste weiter aus, meint Hartmann weiter, wird die Anlage früher abgebrochen. «Es macht sonst keinen Sinn mehr, den Platz zu belasten.»

Zukunft ist offen

Ob es nächsten Winter auf dem Fussballplatz in Haag weitergeht, kann Claudio Hartmann nicht sagen: «Um die Zukunft zu besprechen, muss man etwas mehr Distanz haben. Heute ist es schwer abzuschätzen.» Für ihn steht allerdings fest, dass zwei Sachen geändert werden müssten: ein grösseres Feld und geplante Aktivitäten, wie das Eisstockschiessen in Buchs. Aber nur, wenn sich die Investition für eine Fortsetzung lohnt.

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