Max Müller fordert Beat Tinner als Gemeindepräsident heraus

WARTAU. Nach acht Jahren als Präsident der Schulgemeinde Wartau hat Max Müller mitgeteilt, dass er nicht mehr antreten wird – selbst wenn nun auch in der Einheitsgemeinde ab Januar 2017 dieses Amt weiterhin in direkter Wahl durch das Volk besetzt wird.

Thomas Schwizer
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Max Müller möchte ab 2017 anstelle des amtierenden Gemeindepräsidenten Beat Tinner das Rathaus Wartau betreten. (Bild: Thomas Schwizer)

Max Müller möchte ab 2017 anstelle des amtierenden Gemeindepräsidenten Beat Tinner das Rathaus Wartau betreten. (Bild: Thomas Schwizer)

WARTAU. Nach acht Jahren als Präsident der Schulgemeinde Wartau hat Max Müller mitgeteilt, dass er nicht mehr antreten wird – selbst wenn nun auch in der Einheitsgemeinde ab Januar 2017 dieses Amt weiterhin in direkter Wahl durch das Volk besetzt wird.

Nun hat Müller bekanntgegeben, dass er am 25. September als Gemeindepräsident kandidieren wird. Damit fordert er den Amtsinhaber Beat Tinner heraus. Dieser wirkt seit bald 20 Jahren als Präsident der Politischen Gemeinde Wartau. Und Tinner möchte dieses Amt auch in der nächsten Amtsdauer, der ersten in der neu geschaffenen Einheitsgemeinde, ausüben.

«Vieles aufs Gleis gebracht»

Nun ist ihm aber ein Herausforderer erwachsen. Max Müller stellt fest: «Ich habe während acht Jahren die Schulgemeinde geführt, und der Schulrat hat in dieser Zeit vieles aufgegleist und bereits realisiert.» Er habe bewiesen, dass er «zielführende Kooperationen eingehen, delegieren und mit anderen Personen zusammenarbeiten» könne.

Das Schulpräsidium gebe er ab, weil er nicht allein auf weiter Flur im Gemeinderat für die Anliegen der Schule kämpfen wolle. Der Gemeinderat in der jetzigen Zusammensetzung habe, so sieht es Max Müller, bisher nicht immer Verständnis für die Bedürfnisse der Schule gezeigt.

Als Hauptmotivation für seine Kandidatur nennt der Herausforderer: «Ich bin nicht zufrieden, wie es jetzt in der Gemeindepolitik läuft.» Teils sei der Gemeinderat unter Führung von Beat Tinner «stur und arrogant» mit der Schule umgegangen. Als Beispiele nennt Müller das einseitige Festlegen des Gemeinderates auf das Rektormodell zur Schulführung in der Einheitsgemeinde und das Streichen der wichtigen Schulsozialarbeit aus Kostengründen. Er kritisiert auch das Vorgehen mit der Strassengestaltung Trübbach.

Dass die Gemeinde Wartau sparen müsse, sei ihm klar. Aber man müsse sich bewusst sein, dass die Gemeinde Wartau wegen ihrer dezentralen Struktur wohl nie einen tiefen Steuerfuss erreichen werde. Die Frage sei aber, «wie vernünftig gespart werden kann und die Gemeinde trotzdem lebenswert bleibt», betont Müller. Heute werde auch an falschen Orten gespart. Als Gemeindepräsident wäre es auch sein Ziel, «die Ausgaben im Griff zu haben, notwendige Investitionen zu tätigen und mehr Transparenz zu schaffen», sagt Müller weiter gegenüber dem W&O.

«Demokratische Entscheide»

Gemeindepräsident Beat Tinner nimmt die Gegenkandidatur auf Anfrage des W&O «zur Kenntnis». Er nimmt Stellung zu den konkreten Kritikpunkten von Müller: Beim Schulführungsmodell habe es auch im Schulrat unterschiedliche Positionen gegeben. Letztlich habe der Gemeinderat, auch gestützt auf eine Bürgerumfrage, dem Volk das Rektormodell vorgeschlagen. Gleichzeitig habe er als Alternative auch die zwei anderen Modelle mit Vor- und Nachteilen präsentiert. Der Gemeinderat setze nun den demokratischen Entscheid um.

Das Stimmvolk entscheidet

Die Streichung der Schulsozialarbeit im Rahmen des Sparpaketes sei letztlich vom Stimmvolk demokratisch abgesegnet worden. Demokratisch sei auch der Entscheid gegen das Projekt Strassenraumgestaltung Trübbach gewesen, das ein langjähriger Prozess gewesen sei, in den unter anderem auch die Schule involviert gewesen sei.

In allen kritisierten Punkten habe das Volk letztlich aufgrund von klaren Grundlagen demokratisch entscheiden können, betont Tinner. Einen demokratischen Entscheid werde es nun auch bei der Gemeindepräsidentenwahl am 25. September geben, stellt er fest. ? DIE DRITTE