Marco Camenisch kommt frei

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Brusio GR Er hat unter anderem einen Sprengstoffanschlag auf die Kraftwerkzentrale Sarelli in Bad Ragaz verübt und einen Grenzwächter erschossen. Dafür kam der Bündner Öko­aktivist Marco Camenisch, der zum Ökoterroristen wurde, ein Vierteljahrhundert hinter Gitter. Jetzt soll er vorzeitig entlassen werden.

Es war Ende der Siebzigerjahre, als Camenisch den Entschluss fasste, Kraftwerkanlagen zu sabotieren. Auch die Kraftwerkzentrale Sarelli in Bad Ragaz war dabei Ziel einer Attacke. Anfang 1980 wurde Camenisch zusammen mit einem Komplizen verhaftet. Das Kantonsgericht Chur verurteilte ihn zu zehn Jahren Zuchthaus. Zusammen mit fünf Mitgefangenen floh er 1981 aus der Strafanstalt Regensdorf, wobei ein Wärter erschossen wurde. Obwohl der Täter nicht Camenisch war, wurde er in der Folge zu einer der meistgesuchten Personen. Er tauchte fast zehn Jahre lang unter, bevor er Ende der Achtzigerjahre am Grab seines Vaters in Brusio gesehen wurde. Kurz danach und nur wenige hundert Meter entfernt wurde ein Zöllner tot aufgefunden. Die Tat wurde Camenisch zugeschrieben; er selber bestreitet sie bis heute. Seither verbüsst Camenisch seine Reststrafen in verschiedenen Schweizer Strafanstalten, eine Zeit lang war er auch im Saxerriet in Salez untergebracht. (hb)