Machen wir den Alpenrhein doch schiffbar

Zahlen haben oft etwas Verblüffendes, Statistiken noch viel mehr. Und so lassen sie aufregende Schlüsse zu, die manchmal aber mit Vorsicht zu geniessen sind. Beispiel gefällig?

Hanspeter Thurnherr
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Zahlen haben oft etwas Verblüffendes, Statistiken noch viel mehr. Und so lassen sie aufregende Schlüsse zu, die manchmal aber mit Vorsicht zu geniessen sind. Beispiel gefällig?

Welches ist das sicherste Verkehrsmittel in der Schweiz? Das Flugzeug? Falsch! Die Eisenbahn? Auch falsch! Sie werden es kaum erraten: Die öffentliche Schifffahrt. Sowohl 2013 als auch 2014 gab es auf den Schweizer Kursschiffen keinen Toten als Folge eines Unfalls.

Nun, die Schifffahrt ist ja kaum ein relevantes Verkehrsmittel – vor allem dort nicht, wo ein kursschifftauglicher See oder Fluss fehlt. Also bei uns! Um also die Verkehrssicherheit zu erhöhen, sollten wir dringend den Alpenrhein schiffbar machen.

Doch wenden wir uns den heutigen relevanten Verkehrsmitteln zu. Die aktuelle Broschüre über die Verkehrsunfälle 2014 in der Schweiz, herausgegeben vom Bundesamtes für Statistik, zeigt in einer Grafik, wie hoch das Sterberisiko im Verhältnis der zurückgelegten Distanz ist. Autofahren ist demzufolge 23mal gefährlicher als Bahnfahren. Gar hochgefährlich ist das Velofahren, und zwar 219mal mehr als mit dem Zug unterwegs zu sein. Im Vergleich mit dem Motorrad (Faktor 464) ist das Fahrrad aber geradezu sicher.

Nicht ermittelt haben die Statistiker das Fliegen – und das Gehen. Vielleicht, weil man beim Gehen auch durch die Luft fliegen kann – und dann nicht mehr ganz klar ist, wo die Unfallopfer einzuordnen sind?

Die Statistik zeigt immerhin viel Tröstliches. Obwohl immer mehr Kilometer auf der Strasse, der Schiene und in der Luft zurückgelegt werden, sank die Zahl Getöteter seit den 1970er-Jahren bei allen drei Verkehrsträgern markant.