«Machen das Beste daraus»

Vergangene Woche drang in etliche Keller Wasser ein. Viele Geschäfte erlitten Schäden. Das Rattan Center startet nun einen Aktionsverkauf der betroffenen Möbel.

Alexandra Gächter
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Tobias und Sévérine Halter (Bild), Inhaber des Rattan Centers, waren vergangenes Wochenende damit beschäftigt, das Grundwasser aus ihrem Geschäft zu pumpen, zu saugen und zu wischen. (Bilder: pd)

Tobias und Sévérine Halter (Bild), Inhaber des Rattan Centers, waren vergangenes Wochenende damit beschäftigt, das Grundwasser aus ihrem Geschäft zu pumpen, zu saugen und zu wischen. (Bilder: pd)

BUCHS. Das Ehepaar Halter konnte gestern wieder lachen. «Wir machen das Beste aus der Situation und nehmen es mit Humor», sagte Tobias Halter, Inhaber des Rattan Centers. Eine Woche zuvor drang wegen des vielen Regens Grundwasser in den Keller ihres Geschäftes ein. Ungefähr 55 Möbelstücke standen um die fünf Zentimeter im Wasser. «Wir saugten das Wasser am Freitag ab, doch am nächsten Tag war es wieder da. Dasselbe wiederholte sich am Montag», so Halter.

Schön war, dass sie rundum Hilfe erhielten. «Die Solidarität der Nachbarschaft ist gross. Wir haben gespürt, dass wir nicht alleine sind. Das ist sehr schön, denn der Wasserschaden verursachte einen grossen Aufwand.» Das Geschäft blieb dennoch offen.

Kunden dürfen mitbestimmen

Einige Möbelstücke musste das Ehepaar Halter entsorgen. «Die Spanplatten der Schränke saugten zu viel Wasser auf.» Andere Möbelstücke wie zum Beispiel Tische, Stühle oder Betten haben nur sehr geringe Schäden davon getragen. Ungefähr 40 Möbelstücke können sie noch verkaufen. Das Ehepaar gewährt darauf einen Rabatt von 50 bis 70 Prozent. «Wir wollen die Qualitätsmöbel nicht einfach so wegwerfen. Bei Betten wurden beispielsweise nur die Füsse nass. Diese könnte man durch neue ersetzen, oder eben der Kunde zahlt für das Bett im jetzigen Zustand weniger», so Halter. Wie hoch der Rabatt im einzelnen Fall aussehe, könne er nicht sagen. «Wir bestimmen zusammen mit den Kunden einen Preis. Uns ist wichtig, dass alle zufrieden aus dem Geschäft gehen.» Die Gebäudeversicherung zahlt den Arbeitsaufwand und Schäden am Gebäude. Einen Teil der beschädigten Möbel wird von der Betriebsversicherung übernommen. «Den Rest erhoffen wir durch die Aktionsverkäufe einzunehmen. Wenn wir zu wenig verkaufen, müssten wir ein Defizit verbuchen», sagt Halter.

Die Gummistiefel dabei

Ebenfalls Wasser im Keller hatte – neben vielen anderen Geschäften und Privatwohnungen – das Modegeschäft Hilty. Als Inhaber Marcel Veidt am Freitagmorgen seine Wohnung verliess, ahnte er das Unglück bereits. «Ich ging vorsorglich mit den Gummistiefeln zur Arbeit», so Veidt.

Routiniert bei Schäden

Im Keller waren Schuhe und ein paar Kleider gelagert. Im Moment könne er den Schaden noch nicht beziffern, sagte Veidt. Am Montag bestellte Veidt eine Mulde. Neben Schuhen und Kleidern landeten darin vor allem Pack- und Geschenkmaterial sowie Dekoartikel. Es sei nicht das erste Mal, dass Grundwasser in den Keller gelangte. Deswegen sei er bereits routiniert im Umgang mit Wasserschäden, sagte Veidt. Er habe sich sogar einen Wassersauger gekauft. Wahrscheinlich wird es nicht der letzte Wasserschaden gewesen sein.