Lüpfige Klänge, schwingende Röcke und fröhliche Jauchzer

GRABS. Am Sonntagnachmittag ging's in Grabs hoch her. Die Trachtengruppe Werdenberg hatte zum elftenmal zur offenen «Stubete» eingeladen, dies anstelle früherer Heimatabende. Und: das muntere sonntägliche Tanzfest begeisterte wieder rundum.

Silvia Frick
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Regula Gisler begrüsst die Gäste.

Regula Gisler begrüsst die Gäste.

GRABS. Am Sonntagnachmittag ging's in Grabs hoch her. Die Trachtengruppe Werdenberg hatte zum elftenmal zur offenen «Stubete» eingeladen, dies anstelle früherer Heimatabende. Und: das muntere sonntägliche Tanzfest begeisterte wieder rundum.

Wie eine grosse Familie

Ein vollbesetzter Saal, trotz sommerlich warmen Herbstwetters. «Trachtentanzliebhaber der ganzen Region kommen trotzdem zur <Stubete>. Sonniges Wetter gibt's wieder, die Trachtentänze mit ihren lüpfigen Klängen aber meist nur einmal im Jahr. Diese <Stubeten> sind immer wie eine grosse Familie», freute sich «Stubete»-Initiantin Edith Hardegger. Besucht wurde der Anlass denn auch durch Delegationen aus Weiningen ZH, aus Schänis, Küblis, Walenstadt und Sargans, wie Regula Gisler, Präsidentin der Trachtentanzgruppe bekannt geben konnte.

Trachtentanz schafft Stimmung

Die Klänge von Walzer, Polka und Schottisch herrschten vor, eine Mazurka lockerte auf. Das Programm am «Stubete»-Nachmittag der Trachtengruppe Werdenberg zeigte sich vielfältig. Schweizerisch auserlesen waren die Stücke: «In dr Mühli», Walzerklang aus der Ostschweiz, ein Schottisch und die «Polca da Barba Giovanin» aus Graubünden, eine «Goldauer-Mazurka» aus der Innerschweiz, «Dr Burgdorfer» wiederum aus Bern und der «Niederscherli» aus dem Aargauischen boten Abwechslung. Die Tanzenden meisterten die Zwei- oder Dreivierteltakt-Volkstänze mit Bravour. Einige der Choreographien stammten von der in Volkstanz bestätigten Bündnerin Jolanda Morf. Doch individuell sind die Liebhabereien. Beliebte Präsidentin Regula Gisler eher den Schottisch zum Tanzen, «weil er lüpfiger» ist, so versicherte Tanzleiterin Doris Brägger, dass sie alle Tänze liebe und keinen Vorzug machen könne. «Ein jeder Tanz ist faszinierend und interessant», bestätigt sie. Instrumental begleitet wurden die Werdenberger von der Kapelle Bärglergruss Mels.

Neuheiten und Spezialitäten

Für Erstaunen sorgte die Kindertrachtengruppe Triesenberg, unter Tanzleitung von Priska Sele. Ihre kleinste Tänzerin ist gerade zweieinhalb Jahre alt. Nicht nur melodiös, auch mit herzhaften Witzen trug die fröhliche Glarner Huusmusig zur Stimmung bei. In ihrer Reihe wurde die seltene Glarner Zither gespielt, ein Instrument, etwa aus dem Jahr 1820, das damals von Wandergesellen aus dem Osten mitgetragen und im Glarnerland etwas angepasst heimisch wurde. Musikantin Barbara Disch- Rhyner spielte darauf selbst die berühmte Filmmusik «Der dritte Mann», obwohl auf dem eigentlich chromatischen Instrument die berühmten Noten etwas «angepasst werden müssen», lachte sie.

Und neu seit 2014, präsentierte sich eine regionale Harfengruppe, geleitet von Adelinde Wanger auf Volksharfe und umrundet von einem Dutzend Musizierenden auf Tischharfe. «Faszinierend und einfach zu lernen durch jedermann», informierte Harfenleiterin Wanger. Ein Jauchzer rundete ihren Vortrag ab. Und letztendlich fehlten auch Lieder nicht. Alleinakkordeonistin Maria Hardegger aus Hinterforst «handörgelte» und sang so klar, dass gleich beim ersten Lied Stimmen im Saal mitsangen.

Zukünftiger Meilenstein

Nächstes Jahr kann die Werdenberger Trachtengruppe ihr 50jähriges Bestehen feiern. Da wird die «Stubete» mit einem gluschtigen Bauernbrunch starten. «Akkordeonist Christian Vetsch, die Familie Fischbacher und eine Ländlermusik haben bereits zugesagt», wird bestätigt.

Und nach bereits elf erfolgreichen «Stubeten» darf die zwölfte, am Freitag, 13. November 2016, sicher nicht verpasst werden.

Trachtengruppe Werdenberg: Volkstanz im Zwei- und Dreivierteltakt; Walzer, Schottisch und Polka in perfekter Präzision. (Bilder: Silvia Frick)

Trachtengruppe Werdenberg: Volkstanz im Zwei- und Dreivierteltakt; Walzer, Schottisch und Polka in perfekter Präzision. (Bilder: Silvia Frick)