London wird erstmals von einem Moslem regiert

LONDON. In der Endphase des Wahlkampfes ist der Labour-Kandidat Sadiq Khan mit üblen rassistisch-religiösen Vorurteilen attackiert worden. Die Konservativen brachten ihn gar in Verbindung mit Islamisten und Terroristen. Erfolg hatten sie damit nicht.

Drucken
Bürgermeister Sadiq Khan. (Bild: epa)

Bürgermeister Sadiq Khan. (Bild: epa)

LONDON. In der Endphase des Wahlkampfes ist der Labour-Kandidat Sadiq Khan mit üblen rassistisch-religiösen Vorurteilen attackiert worden. Die Konservativen brachten ihn gar in Verbindung mit Islamisten und Terroristen. Erfolg hatten sie damit nicht. Der 45jährige Khan, Sohn pakistanischer Einwanderer aus einfachem Milieu und praktizierender Moslem, wird künftig die Weltstadt London regieren.

Er folgt auf den Konservativen Boris Johnson, der acht Jahre im Amt war und nicht mehr antrat. Dem prominenten Befürworter eines Austritts Grossbritanniens aus der EU werden Ambitionen auf das Amt des Premierministers nachgesagt.

Goldsmith abgeschlagen

Khan erhielt nach Auszählung fast aller Stimmen rund 44 Prozent der Stimmen und lag damit fast 10 Prozentpunkte vor seinem konservativen Rivalen Zac Goldsmith. Parteichef Jeremy Corbyn gratulierte Khan am Freitagabend noch vor Bekanntgabe der offiziellen Ergebnisses via Twitter zum Sieg. «Glückwunsch. Kann es gar nicht erwarten, mit dir ein gerechteres London für alle zu schaffen», schrieb er.

Regionalparlamente neu bestellt

Britinnen und Briten hatten am Donnerstag in London und anderen Städten nicht nur neue Bürgermeister zu wählen, sondern auch Regional- und Kommunalparlamente zu bestellen. (bor/dpa) ? THEMA 18/AUSLAND 21

Aktuelle Nachrichten