Linienbusse als «Zankapfel»

Wenn im kommenden Jahr die Abbrucharbeiten beginnen und der Spatenstich für den Neubau des Spitals Grabs erfolgt, werden für den Baustellenverkehr spezielle Massnahmen realisiert.

Thomas Schwizer
Drucken
Teilen
Der Baustellen-Schwerverkehr soll ausschliesslich auf der südlichen Spitalstrasse verkehren, die Kurve zwischen Marhaldenstrasse und Dachsweg (Bild) soll zu diesem Zweck verbreitert werden. (Bild: Thomas Schwizer)

Der Baustellen-Schwerverkehr soll ausschliesslich auf der südlichen Spitalstrasse verkehren, die Kurve zwischen Marhaldenstrasse und Dachsweg (Bild) soll zu diesem Zweck verbreitert werden. (Bild: Thomas Schwizer)

GRABS. Mit den Arbeiten an der langjährigen Grossbaustelle Spital Grabs soll im Frühling 2016 begonnen werden. Es sei erfreulich, dass endlich mit der Erneuerung des Spitals begonnen werden könne, hält Gemeindepräsident Rudolf Lippuner fest. Das werde aber zu zusätzlichem Verkehr führen, ist sich der Gemeinderat bewusst. Für ihn habe die Sicherheit, besonders auf den Schulwegen, zentrale Bedeutung. Das hatte er an einer Infoveranstaltung ausgeführt.

Der Rat hat deshalb eingehende Abklärungen bei Fachstellen getroffen – vor allem auch bei der Abteilung Verkehrstechnik der Kantonspolizei St. Gallen. Schliesslich hat er ein Bauingenieur- und Planungsbüro beauftragt, Massnahmen im Hinblick auf die Baustellenerschliessung auszuarbeiten. Die Planer haben Verschiedenes vorgeschlagen, um den Fussgängern durchgehend einen abgetrennten Bereich zu ermöglichen. Der Gemeinderat wird die Massnahmen in der Baubewilligung verpflichtend verfügen, betont der Gemeindepräsident. Auch die Polizei ordne für die Gemeindestrasse 1. Klasse Massnahmen an, der Kanton verpflichte die Unternehmen, sie einzuhalten.

Baustellenverkehr nur südlich

So wird die Spitalstrasse temporär «verbreitert», damit Lastwagen und Linienbusse in langsamer Fahrt kreuzen können. Sie dürfen dafür einen Teil des Trottoirs befahren, das aber durchgehend 1,5 Meter breit bleibt. Pfosten sollen ein Längsfahren auf dem Gehweg verhindern. Der Baustellenverkehr darf ausschliesslich über die südliche Spitalstrasse geführt werden.

Linienbusse weiter übers Spital

Anwohner der Spitalstrasse haben im Juli als IG Sichere Spitalstrasse eine Einsprache gegen das Baugesuch für das Spital eingereicht. Diese richtete sich laut René Hitz von der IG nicht gegen den Bau, verlangte aber insbesondere Verkehrsmassnahmen, mit denen die Sicherheit der Spitalstrasse während der mehrjährigen Arbeiten gewährleistet werden soll – insbesondere auch für die Fussgänger.

Im Visier hatten die Einsprecher vor allem die Linienbusse. Die wochentags 108 täglichen Busfahrten sollten – zumindest während der Bauphase – wieder auf der Staatsstrasse verkehren, wie es bis 2013 der Fall war. Die Erschliessung der öffentlichen Einrichtungen Spital und Pflegeheim Werdenberg habe Priorität, entgegnete aber das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr. Deshalb behält der Gemeinderat diese Linienführung bei.

Laut René Hitz von der IG hat diese ihre Einsprache schliesslich im Herbst zurückgezogen – weil die Chancen auf Gutheissung gering waren und der Gemeinderat konkrete Massnahmen zur Verkehrsführung und -sicherheit beschlossen hat. Vollständig zufrieden ist die IG gemäss Hitz nicht. Sie werde die Wirkung der Massnahmen beobachten, die ihr der Gemeinderat schriftlich mitgeteilt hat, mitsamt Planunterlagen. ? DIE DRITTE