Liechtensteiner sorgen sich um den Schutzwald

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Vaduz In Liechtenstein schlagen Älpler wegen des Zustandes des Schutzwaldes Alarm. Die Wälder im Alpengebiet wiesen grosse Schäden und Verjüngungsdefizite auf, so dass sie ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllten, heisst es in einem offenen Brief zweier Alpgenossenschaften aus Steg an die Landesregierung. Die Präsidenten der Alpgenossenschaften Kleinsteg und Gross-Steg fordern darin, die Höhe der Wildbestände an die Lebensräume anzupassen.

Seit Jahrzehnten würden die Waldbesitzer damit vertröstet, dass die richtigen Massnahmen eingeleitet worden seien, und es Zeit brauche, bis diese Früchte tragen würden, heisst es im Brief. Neuere Untersuchungen indes belegten, dass sich die Situation im Gebirgswald kaum verbessert, in vielen Fällen sogar verschlechtert habe.

Die aktuelle Lage verdeutlicht Patrick Insinna, Bereichsleiter Wald auf dem Amt für Umwelt, in einem Interview mit dem «Liechtensteiner Vaterland». Laut seinen Angaben genügt die Hälfte aller Schutzwälder oberhalb von Siedlungen und Hauptverkehrswegen den minimalen Ansprüchen zur Verjüngung nicht mehr. Die Situation werde sich in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich deutlich verschlechtern, «was äusserst besorgniserregend ist».

Laut Insinna weisen beim Nutzwald 30 Prozent der Flächen eine nur sehr spärliche Verjüngung auf, beim Schutzwald sind es knapp 60 Prozent. (sda)