Liechtenstein zieht die Schraube bei der Milchqualität an

VADUZ. Anforderungen an die Qualitätskontrolle bei der Milchgewinnung und bei der Milchverarbeitung bilden die wesentlichen Neuerungen der aktuellen Sömmerungsverordnung 2015, welche die Regierung am Dienstag beschlossen hat. Weiterhin abgeraten wird von einer Sömmerung in Vorarlberg.

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VADUZ. Anforderungen an die Qualitätskontrolle bei der Milchgewinnung und bei der Milchverarbeitung bilden die wesentlichen Neuerungen der aktuellen Sömmerungsverordnung 2015, welche die Regierung am Dienstag beschlossen hat. Weiterhin abgeraten wird von einer Sömmerung in Vorarlberg.

Neu vorgesehen ist in diesem Alpsommer, dass die Mindestanforderungen an die Qualitätskontrolle bei der Milchgewinnung, beginnend mit der Überprüfung der Eutergesundheit bereits in der ersten Alpwoche durch einen externen Fachmann, über periodische Nachkontrollen und die befund-basierten Massnahmen explizit auf Verordnungsstufe bestimmt werden. Im Bereich der alpwirtschaftlichen Milchverarbeitung werden die Verwendung der branchenüblichen Fabrikationskontrolle, die Pasteurisationspflicht der Milch für definierte Alpmilchprodukte sowie die mikrobiologischen Prozesskontrollen mit Angabe der zulässigen Höchstwerte vorgeschrieben.

Die Regierung reagiert

Mit diesen Massnahmen reagiert die Regierung auf die Mängel bei der alpwirtschaftlichen Milchverarbeitung der letzten Jahre. Zugleich bildet der Verordnungstext in diesen Bereichen die auf die Verfahrenspraxis in der Alpwirtschaft ausgelegten Leitlinien des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes ab. Im weiteren wird der Alpvogt zur Qualitätssicherung verstärkt in die Pflicht genommen.

Gegen Sömmerung in Vorarlberg

Im Kapitel mit den Vorschriften für den Grenzweidegang werden die letztjährigen Regelungen übernommen. Rinder, deren Halter diese entgegen der Empfehlung auf Alpen in Vorarlberg sömmern, werden bei ihrer Rückkehr einer Verbringungssperre unterstellt und spezifischen Untersuchungen unterworfen. Zudem werden dem Tierhalter bei Sömmerung von Rindern in Vorarlberg sämtliche Kosten überwälzt, welche im Zusammenhang mit den Massnahmen zur Verhinderung einer Tuberkulose-Ausbreitung anfallen. Die rund 400 Rinder, welche bis 2013 auf Eigenalpen in Vorarlberg gesömmert worden sind, finden Platz im liechtensteinischen Alpengebiet. (ikr)

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