Liechtenstein ohne Konjunkturforschungsstelle

VADUZ. Die Erholung der liechtensteinischen Wirtschaft setze sich 2014 fort, prognostizierte die Konjunkturforschungsstelle Liechtenstein (KOFL) 2013. Die Prognose bestätigte sich, denn die Banken weisen Vermögenszuflüsse aus und die Exportindustrie konnte über 4 Prozent zulegen.

Günther Meier
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VADUZ. Die Erholung der liechtensteinischen Wirtschaft setze sich 2014 fort, prognostizierte die Konjunkturforschungsstelle Liechtenstein (KOFL) 2013. Die Prognose bestätigte sich, denn die Banken weisen Vermögenszuflüsse aus und die Exportindustrie konnte über 4 Prozent zulegen.

Den Konjunkturbericht hatte die Auszeichnung «10 Jahre KOFL» geziert. Aber dann kam ein schnelles Ende. Die 2004 von der Universität Liechtenstein gegründete und vom Staat mit einem Leistungsauftrag finanzierte Forschungsstelle wurde Ende 2014 eingestellt. Im Rahmen der Sparmassnahmen entzog das Land der KOFL die finanzielle Unterstützung, die Universität sah sich nicht in der Lage, die Finanzierung aus ihrem ordentlichen Budget zu sichern. Und die Versuche zum Aufbau einer von der Wirtschaft finanzierten Trägerschaft erbrachten nicht den erhofften Erfolg.

Mehr Nutzen für die Wirtschaft

Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer hatte noch den Vorschlag unterbreitet, zur Erhaltung der KOFL den Staatsbeitrag gestaffelt zu reduzieren. Die KOFL unternahm den Versuch zur Gründung eines Fördervereins, was jedoch an der mangelnden finanziellen Unterstützung durch die Wirtschaft scheiterte. Schliesslich stimmte der Landtag der Aufgabe der Leistungsvereinbarung zu. Regierung und Landtag waren sich auch einig, dass der Nutzen der KOFL für die Wirtschaftsverbände grösser als für die Regierung sei.

Unter dem Dach der Universität Liechtenstein soll jedoch weiterhin empirische Wirtschaftsforschung betrieben werden, wie Rektor Klaus Näscher betonte. Auch zwei Projekte, von der Regierung mitfinanziert, will die Universität zum Abschluss bringen. Dabei handelt es sich um eine Studie über die «Produktionsentwicklung in Liechtenstein» und um ein regional wichtiges Projekt zur «Messung der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung des Innovationszentrums RhySearch».

Forschen im Vierländereck

KOFL-Leiter Carsten Schlag, der nach der Auflösung der Konjunkturforschungsstelle an der Universität andere Projekte zu volkswirtschaftlichen Fragen übernehmen wird, will noch nicht aufgeben. Nach dem Scheitern des Fördervereins plant er den Aufbau eines regionalen Forschungs- und Beratungsinstitutes für Volkswirtschaft mit Sitz in Liechtenstein. Vorgesehen ist die Bezeichnung KOVL (Konjunkturforschungsstelle Vierländereck), womit die Ausdehnung über Liechtenstein hinaus angedeutet wird.