LIECHTENSTEIN: Für einen lebendigen und sicheren Rhein

Die Werkstatt faire Zukunft gelangt mit Forderungen an die Regierung und den Landtag, die ökologischen Ziele des 2005 verabschiedeten Entwicklungskonzepts Alpenrhein endlich an die Hand zu nehmen.

Heini Schwendener
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Blick ins Rheintal mit Sennwald im Vordergrund. Bei Ruggel-Bangs auf der Liechtensteiner Seite könnte der Alpenrhein rechtsufrig auf einer Länge von rund einem Kilometer aufgeweitet werden. (Bild: Heini Schwendener (Staubern, 25.10.2017))

Blick ins Rheintal mit Sennwald im Vordergrund. Bei Ruggel-Bangs auf der Liechtensteiner Seite könnte der Alpenrhein rechtsufrig auf einer Länge von rund einem Kilometer aufgeweitet werden. (Bild: Heini Schwendener (Staubern, 25.10.2017))

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Die Werkstatt faire Zukunft widmet sich insbesondere den Aufweitungen des Alpenrheins, die sie als Generationenwerk versteht, das den Lebensraum Alpenrhein für Mensch und Tier aufwerten und bereichern soll. In diesen Tagen hat die Werkstatt schriftlich «Forderungen für einen lebendigen und sicheren Alpenrhein» an Regierungsrätin Dominique Gantenbein, Ministerin für Inneres, Bildung und Umwelt, gesandt –mit Kopie an die übrigen Regierungsmitglieder und an die Mitglieder des Landtages.

Liechtenstein dürfe nicht tatenlos zusehen, wie die Nachbarländer engagiert umsetzen, was sie gemeinsam mit Liechtenstein im Jahr 2005 im Entwicklungskonzept Alpenrhein (EKA) festgelegt haben, heisst es im Begleitschreiben. Gemeint sind damit das Projekt Rhesi im Rheintal und die noch weiter fortgeschrittenen Aufweitungsbemühungen bei Maienfeld/Bad Ragaz.

Aufweitungen tragen zur Hochwassersicherheit bei

Im von Peter Goop, Mario F. Broggi und Andi Götz (Sevelen) unterzeichneten Schreiben heisst es: «Für die Natur sind Trittsteine wichtig: Wenn zwischen der Frutzmündung und den Aufweitungen auf der bündnerisch-st. gallischen Strecke auf praktisch 30 Kilometern ein lebloser Kanal besteht, relativiert dies den Wert der anderen Aufweitungen.» Die Umsetzung des EKA habe in Liechtenstein offenbar keine hohe Priorität.

Für die Werkstatt faire Zukunft ist es offensichtlich, dass die gemäss Bericht der Regierung notwendigen Dammsanierungen in Verbindung mit den vorgesehenen Aufweitungen zu planen sind, «denn Aufweitungen leisten ihrerseits einen Beitrag zur besseren Hochwassersicherheit».

Gemäss Entwicklungskonzept Alpenrhein gibt es in Liechtenstein vier Möglichkeiten für Aufweitungen:

• Balzers/Trübbach: Die Sanierung der Saarmündung auf Schweizer Seite ist ökologisch von grosser Bedeutung. Gemeinsam mit den entsprechenden Arbeiten sollte die Aufweitung Balzers geplant und koordiniert werden.

• Sevelen/Vaduz: Die Aufweitung ermöglicht auf der Liechtensteiner Seite die Entstehung einer «Stadtpark-Landschaft», die ökologisch wie landschaftlich ein Erholungsraum mit hohem Potenzial bietet. Weil mehrere Hektaren Landwirtschaftsland benötigt werden, ist bei dieser Massnahme von einem langwierigen Prozess auszugehen.

• Eschner Au: Private Kreise haben eine Variante «Eschner Au Süd» ins Spiel gebracht, als Alternative zur EKA-Variante. Diesbezüglich sei der Wissensstand höher als bei den anderen Aufweitungen und das Konfliktpotenzial am geringsten, schreibt die Werkstatt faire Zukunft. Diese Aufweitung könnte am schnellsten umgesetzt werden.

• Ruggell-Bangs: Zwischen der Mündung des Liechtensteiner Binnenkanals und der Zollamtbrücke Bangs könnte der Alpenrhein rechtsufrig auf eine Länge von einem Kilometer aufgeweitet werden.

Die Werkstatt fordert nun von der Regierung eine breite und engagierte Informationskampagne über das EKA unter aktiver Beteiligung aller interessierten und betroffenen Kreise. Ausserdem wird gefordert, dass wie bei den Dammsanierungen auch bei den Revitalisierungen eine zeitlich gestaffelte Vorgehensweise samt Fianzierung zu planen sei. Für die Aufweitung Eschner Au solle zeitnah ein konkretes Projekt erarbeitet werden.