Liechtenstein ebnet den Weg für superschnelles Internet

VADUZ. Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein hat sämtliche regulatorischen Voraussetzungen für mobile Internetnutzung mit hoher Geschwindigkeit geschaffen.

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Die Übertragung grosser Datenmengen wird zunehmend wichtiger. Das betrifft die Nutzung von Facebook, Twitter, Xing, LinkedIn, YouTube, Vimeo oder Flickr. (Bild: fotolia)

Die Übertragung grosser Datenmengen wird zunehmend wichtiger. Das betrifft die Nutzung von Facebook, Twitter, Xing, LinkedIn, YouTube, Vimeo oder Flickr. (Bild: fotolia)

VADUZ. Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein hat sämtliche regulatorischen Voraussetzungen für mobile Internetnutzung mit hoher Geschwindigkeit geschaffen. Am vergangenen Freitag hat das Amt für Kommunikation die Frequenzzuweisungsverfügungen in den Bereichen 800, 900, 1800, 2100 und 2600 MHz zugunsten der Mobilfunkbetreiber Telecom Liechtenstein AG, Orange (Liechtenstein) AG und Swisscom (Schweiz) AG erlassen. Damit werden den drei Mobilfunkbetreibern die Nutzungsrechte an den jeweiligen Frequenzen eingeräumt und die technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen festgelegt. Dies schreibt das Liechtensteiner Amt für Kommunikation. Durch die Frequenznutzungsrechte hätten die Mobilfunkbetreiber die Möglichkeit, ihre Kunden landesweit mit sehr schnellem Internet, zum Beispiel mit der 4. Mobilfunkgeneration LTE (Long Term Evolution), zu versorgen.

Datendienste für fast alle

Die Frequenzzuteilungsverfügungen an die Betreiber sehen eine entsprechende Versorgungspflicht vor: Mindestens 95 Prozent der Bevölkerung müssen innerhalb eines Jahres ab der Zuteilung Datendienste erhalten, die im Regelfall eine Bandbreite von mindestens 1 Mbit/s Download und 250 kbit/s Upload aufweisen. Des weiteren sehen die Verfügungen vor, dass Mobilfunkstandorte gemeinsam genutzt werden müssen und dass weiterhin sämtliche Massnahmen für den vorbeugenden Schutz gegen technische Störungen und vor nichtionisierender Strahlung, wie sie in der NIS-Verordnung vorgesehen sind, eingehalten werden.

Grosse Datenmengen

Moderne Mobil-Kommunikation zeichne sich dadurch aus, dass neben der blossen Übertragung von Sprache und einfachen Nachrichten insbesondere die ständige Verfügbarkeit und die Übertragung grosser Datenmengen zunehmend wichtiger werden. Das betrifft die Nutzung von sozialen Plattformen wie Facebook, Twitter, Xing oder LinkedIn, die Verbreitung und Konsumation von multimedialen Inhalten bei YouTube, Vimeo oder Flickr ebenso wie Messaging-Dienste wie WhatsApp, Google Hangouts oder Skype. Auch für den Wirtschaftsstandort Liechtenstein sind zuverlässige Mobilfunknetze und hohe Datenübertragungsraten von entscheidender Bedeutung, schreibt das Amt für Kommunikation weiter. Um diesen erhöhten und nach wie vor steigenden Bandbreitenbedarf moderner Mobilkommunikation befriedigen zu können, ist nicht nur der Einsatz neuer Übertragungstechnologien notwendig, sondern auch eine Weiterentwicklung der technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Aus diesen Gründen hat die Regierung im September 2014 eine Neuvergabe der Frequenzen beschlossen und das Amt für Kommunikation mit der Umsetzung beauftragt, welche nun mit der Zuweisung der Frequenzen abgeschlossen werden konnte.

Positive Auswirkungen

Die Gebühren für die Frequenzzuweisungen leisten ausserdem einen namhaften Beitrag zur Sanierung des Staatshaushalts: Für das Jahr 2015 ergeben sich insgesamt – inklusive der einmaligen Gebühren – zusätzliche Einnahmen von rund 920 000 Franken. Ab dem Jahr 2016 werden sich die Aufsichts- und Frequenznutzungsgebühren auf jährlich zusätzlich rund 340 000 Franken belaufen, so das Amt für Kommunikation. Die Versorgung Liechtensteins mit sehr schnellem mobilem Internet mit hohen Datenübertragungsraten sei ein wichtiger Standortfaktor und werde dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort Liechtenstein zu stärken und Entwicklungen in Richtung Datenstandort zu befördern. (pd)

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