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LIECHTENSTEIN: Auswahl ist am wichtigsten

Die Regierung führte eine Umfrage über das Verhalten der Verbraucher durch. Auch Einkäufe im Ausland waren ein Thema. Einige Resultate überraschen.
Stefan Agnolazza

Stefan Agnolazza

redaktion@wundo.ch

Amazon und Zalando, Dornbirn und Feldkirch – es gibt viel Konkurrenz für den heimischen Detailhandel. Seit Jahren kämpfen Detailhändler mit Kundschaft, die ihre Einkäufe anderswo erledigen. Das zeigen auch die Zahlen, wie Wirtschaftsminister Daniel Risch gestern erklärte: «2009 kauften Liechtensteiner für rund zehn Millionen Euro in Österreich ein. Bis 2015 hatte sich die Zahl mehr als verdoppelt.» Für den liechtensteinischen Detailhandel schwierige Zeiten.

Mit der Verbraucherstudie 2017 stellt die Regierung den Betroffenen aber nun das erste Mal seit sieben Jahren eine umfassende Analyse zur Verfügung, um das Verhalten der Kunden zu erklären. Zu diesem Zweck wurde eine Umfrage durchgeführt, bei der 359 Fragebogen vollständig ausgefüllt und von der Agentur Leone Ming ausgefüllt wurden.

Wie die Auswertung der Umfrage zeigt, blicken Herr und Frau Liechtensteiner optimistisch in die Zukunft, gerade was die Wirtschaftslage und den Arbeitsmarkt angeht. Die Aussichten für die nächsten zehn Jahre klingen weniger optimistisch: Mehr als ein Drittel glaubt, dass es Liechtenstein schlechter gehen wird.

Einkaufen in der Region – wenn die Qualität stimmt

Eine grosse Änderung hat es im Einkaufsverhalten der Liechtensteiner gegeben. So hat die Anzahl derer, die sich bewusst für Aktionen interessieren, stark zugenommen. So kauft heute bereits jeder Zweite preisbewusst ein. 2010 war es noch jeder Dritte. Nicht geändert haben sich die Vorlieben für Fachgeschäfte und Detail-Grossisten. Hier teilen sich die Verbraucher grob in zwei gleich grosse Gruppen. Wichtig beim Einkaufen ist aber weiterhin für 80 Prozent eine freundliche und kompetente Beratung.

Übrigens: Schaan und Vaduz bleiben im Inland die beliebtesten Einkaufsorte, im angrenzenden Ausland sind es die Buchs, Feldkirch und Haag. Die Umfrage suchte aber auch nach Gründen, weshalb die Verbraucher aber auch den Weg über die Grenze antreten. Noch wichtiger als die günstigeren Preise ist den Liechtensteinern die grössere Auswahl an Fachgeschäften.

Auch der Onlinehandel wird gerne genutzt. Jeder Fünfte kauft mehrmals im Monat online ein. Je ein Viertel kauft einmal im Monat bzw. mehrmals im Jahr Produkte übers Internet: vor allem Flugtickets, Veranstaltungstickets, Reisebuchungen, Bücher und Elektroartikel.

Neben der quantitativen Umfrage nutzte Wirtschaftsminister Risch die vergangenen Monate auch, um verschiedene Detailhändler zu besuchen und vor Ort das Einkaufsverhalten zu besprechen. «Was deutlich wurde, ist das der Fokus auf eine gute Kundenbetreuung sowie eine hohe Qualität sehr stark ist», so Risch. Das könne die Händler durchaus positiv stimmen. Trotzdem gebe es auch eine gewisse «Schwellenangst». Für Risch eine spannende Erkenntnis. «Darunter versteht man das Verhalten der Liechtensteiner, dass man ins Ausland zum Einkaufen fährt, da man dort anonym ist. Hierzulande befürchten offenbar viele, dass sie etwas kaufen müssen, wenn sie ein Geschäft betreten.»

Dabei hätten die Detailhändler unisono gesagt, dass man auch in den heimischen Läden einfach reinlaufen und stöbern kann – ohne Kaufdruck. Hier sieht der Wirtschaftsminister dann auch Handlungspotenzial: «Wir müssen den Liechtensteinern aufzeigen, dass sie auch in heimischen Läden shoppen können.» Am Ende zog der Wirtschaftsminister ein optimistisches Fazit: «In Summe stellt sich der Detailhandel solid dar, wie die quantitativen und qualitativen Ergebnisse zeigen.»

Werbung funktioniert am besten in der Zeitung

Die Umfrage liefert auch Daten zur Mediennutzung. So kommt die klassische Printwerbung immer noch am besten an, während das Netz gerne für Zusatzinformationen genutzt wird. Plakat, Inserat und Prospekt machen im hart umkämpften Werbemarkt die beste Falle. Auf wenig Sympathie stossen dagegen Werbesendungen per Post und Mobile-Werbung.

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