Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Lieber Regisseur als Pisten-Vereiser

Benis Olympia-Tagebuch
Beni Giger
Die Abfahrtspiste nimmt langsam Form an, ein Teil der Sicherheitsnetze ist bereits angebracht. (Bild: PD)

Die Abfahrtspiste nimmt langsam Form an, ein Teil der Sicherheitsnetze ist bereits angebracht. (Bild: PD)

Wieder geht es früh aus den Federn. Das Frühstück ist um 7 Uhr, dann geht es sofort zum Hang, an welchem die technischen Bewerbe ausgetragen werden. Hans Pieren ruft mich an und sagt, dass der Hang nicht mit Ski befahren werden darf, also nur zu Fuss. Hans ist dabei, die Piste zu vereisen. Dafür braucht er Wasser, sehr viel Wasser. Das ist bei minus 20 Grad nicht eben einfach. Dazu streng, nass und zum Teil gefroren.

Im Ziel bekommt die Tribüne den letzten Schliff. Konkret heisst das, ein Geländer wird direkt vor Ort angeschweisst, oder besser gesagt, konstruiert. Bei uns würde zuerst ausgemessen, dann hergestellt und montiert. Hier läuft das ein bisschen anders. Das Teil wird gemessen, abgehauen und angeschweisst.

Eine andere Gruppe von Arbeitern ist am Betonieren, das auch bei minus 20 Grad. Neben ihnen steht ein Ölheizer, vermutlich damit das Wasser nicht einfriert. Für mich geht’s weiter zum Speed-Hang. Dort hat mir der Pistenchef versprochen, dass er mir bei den A Netzen (diese stehen zur Sicherheit für die Fahrer) hilft. Wir müssen kontrollieren, dass die Seile nicht vor meiner Kamera hängen. Und siehe da, ein ganzer Trupp von Russen, die von den Koreanern als Hilfen angestellt sind, ist dabei, die Seile zu ändern. Gegen Abend können wir zum ersten Mal testen, ob die Glasleitungen vom Berg zum Reportagewagen laufen. Unser Techniker Mirco Stalder – er ist in Ebnat-Kappel aufgewachsen – probiert das aus. Ob sie laufen, erfahren wir dann morgen. Natürlich hoffen wir es, denn ohne Verbindung ins Tal geht gar nichts. Etwas will ich noch erzählen: Ich musste – oder durfte – heute ein Interview geben. Der Journalist wollte das in Englisch. Uff, es ist schon sehr sehr schwierig, Fragen auf Deutsch zu beantworten aber auf Englisch ist das für mich eigentlich unmöglich. Darum bin ich froh, dass es vermutlich niemand sehen wird. Ich sage nämlich keinem, für welchen Sender das war.

Beni Giger

Beni Giger aus Nesslau ist Regisseur bei der SRG und derzeit im Einsatz an den Olympischen Spielen in Pyeongchang. Dort produziert die SRG im Auftrag des IOC das Weltsignal der alpinen Skirennen. Alle TV-Sender, die die Rennen übertragen, übernehmen das von der SRG produzierte Weltsignal.Für unsere Zeitung schreibt Beni Giger ein Tagebuch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.