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«Lieber auf sicherer Seite»

Dass die Jahresabschlüsse der Gemeinden meistens besser sind als budgetiert, ist kein Zufall. Sie gehen von vorsichtigen Annahmen aus, um böse Überraschungen möglichst zu vermeiden.
Thomas Schwizer
Rudolf Lippuner Gemeindepräsident in Grabs (Bild: Thomas Schwizer)

Rudolf Lippuner Gemeindepräsident in Grabs (Bild: Thomas Schwizer)

GRABS/REGION. Bei den Jahresabschlüssen fast aller Gemeinden in der W&O-Region wiederholt sich Jahr für Jahr das gleiche Bild: Gegenüber dem Budget fällt die Rechnung deutlich besser aus. Das gilt auch für die Ergebnisse 2015. Doch warum ist das so?

Einnahmen defensiv budgetiert

Der Grabser Gemeindepräsident Rudolf Lippuner präsentiert mit der 2015er-Rechnung seinen 20. und letzten Jahresabschluss, und für 2016 sein letztes Gemeindebudget.

Er habe stets offen gelegt, dass der Gemeinderat unter seiner Führung «die Einnahmen defensiv und die Ausgaben offensiv budgetiere», sagt er im Interview mit dem W&O. Denn sowohl bei den Steuereinnahmen als auch bei verschiedenen Ausgabeposten gebe es jeweils Unwägbarkeiten. «Ich bin da lieber auf der sicheren Seite», stellt Lippuner fest. Entsprechend sei auch das Budget 2016 von Vorsicht geprägt.

Vom Jahresgewinn 2015 will der Grabser Gemeinderat zwei Mio. Franken für zusätzliche Abschreibungen verwenden. Warum wird nicht stattdessen der Steuerfuss gesenkt? Grabs habe weiterhin eine kantonal unterdurchschnittliche Steuerkraft und als Gesamtgemeinde eine überdurchschnittliche Verschuldung, erklärt der Gemeindepräsident. Deshalb sei die Schuldentilgung zukunftsgerichtet. Bei der Budgetierung müssten jeweils auch zu erwartende Mindereinnahmen berücksichtigt werden. So werden laut Lippuner auf 2017 rund drei Steuerprozente weniger aus dem Finanzausgleich nach Grabs fliessen. Deshalb stand auch dem Budget 2016 in Grabs die Vorsicht Pate.

Die Politische Gemeinde Grabs sei heute schuldenfrei, stellt er fest. Mit der Einheitsgemeinde könne bald auch die Verschuldung der Schule reduziert werden, bei der heute zusätzliche Abschreibungen nicht möglich sind. In seinen 20 Jahren als Gemeindepräsident konnte die Verschuldung der Gemeinde massiv reduziert werden – und der Steuerfuss auf heute 130 Prozent.

«Nur ausgeben, was nötig ist»

Die Infrastruktur in der Gemeinde sei heute auf einem guten Stand, aus dieser Sicht sieht Rudolf Lippuner keinen riesigen Nachholbedarf. Dennoch sei der jährliche Unterhaltsbedarf für die Werterhaltung zu beachten, sagt er. Von sparen will er explizit nicht sprechen, aber davon, «nur das auszugeben, was wirklich nötig ist».

«Wir stehen finanziell gut da», hält der Grabser Gemeindepräsident fest. «Die Politische Gemeinde hat keine Schulden, die Verschuldung der Gesamtgemeinde (mit Schule) hat sich dem kantonalen Durchschnitt angenähert. Das ist ein gutes Zeichen für eine nachhaltige Finanzpolitik.» Der Gemeinderat, der am 1. Januar 2017 «übernimmt», wird nicht als Erstes Sanierungsmassnahmen einleiten müssen. Im Finanzleitbild von Grabs sind übrigens Parameter als Frühindikatoren festgelegt, bei denen der Gemeinderat entsprechende Massnahmen einzuleiten hätte. ? DIE DRITTE

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