LIDT – erstes grosses Forschungsprojekt

BUCHS. So jung das Rheintaler Forschungszentrum RhySearch auch ist, ein erstes grosses Netzwerkprojekt hat es bereits an Land gezogen. LIDT sind die vier magischen Buchstaben. Sie stehen für «Laser-induced Damage Treshold». Der Laie staunt und kann sich darunter nichts vorstellen.

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BUCHS. So jung das Rheintaler Forschungszentrum RhySearch auch ist, ein erstes grosses Netzwerkprojekt hat es bereits an Land gezogen. LIDT sind die vier magischen Buchstaben. Sie stehen für «Laser-induced Damage Treshold». Der Laie staunt und kann sich darunter nichts vorstellen. Projektleiter Andreas Ettemeyer, der seit vielen Jahren im Bereich der technischen Optik arbeitet und seit 2007 als Professor für Technische Optik an der NTB lehrt und forscht, kann es erklären.

Laser werden immer leistungsfähiger und können Metall schneiden und Operationen durchführen. Sie dürfen sich aber nicht selber zerstören. Mit der LIDT-Technik, die in den nächsten drei Jahren an der NTB Buchs entwickelt werden soll, wird getestet, wie lange optische Oberflächen starke Laserstrahlung aushalten, ohne Schaden zu nehmen.

Regionale Firmen eingebunden

«Fast ein Dutzend in diesem Bereich tätige Firmen aus der Region sind stark an dieser Entwicklung interessiert und ins Projekt eingebunden», sagt Ettemeyer. Weitere Forschungspartner sind das CSEM Landquart, die EMPA St. Gallen sowie die Universität Neuenburg. An der NTB in Buchs wird dafür extra ein Forschungsplatz mit Messtechnik im Wert von über 600 000 Franken eingerichtet.

Die Realisierung eines solchen Kompetenzzentrums für die Charakterisierung optischer Schichten ist Carsten Ziolek, Leiter Forschung und Entwicklung bei Trumpf AG in Grüsch, einem der LIDT-Industriepartner, sehr wichtig. «Mit dieser Expertise und Infrastruktur vor Ort in Buchs wird es uns möglich sein, für unsere Lasersysteme bessere Beschichtungen mit höheren Zerstörschwellen und längeren Standzeiten einsetzen zu können», sagte er jüngst gegenüber dem NTB Folio.

Ein Musterbeispiel

Das LIDT-Projekt ist ein Musterbeispiel, wie Industrie und Forschung im Tal zusammenarbeiten können. «Dank RhySearch ist das heute viel einfacher geworden», sagt Ettemeyer. Ja, ohne RhySearch und seine Unterstützung wäre dieses 1,7 Millionen teure Vorhaben gar nicht möglich gewesen. 725 000 Franken kommen von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI-Projekt) des Bundes, den Rest finanzieren RhySearch und die beteiligtem Firmen, Unternehmen aus allen Teilen der Wertschöpfungskette. Vom Anwender über den Komponenten- und Beschichtungsmaschinenhersteller bis zur Optik-Vertriebsfirma sind ganz unterschiedliche Partner mit dabei. Diese stehen sich auf dem Markt zum Teil als Mitbewerber gegenüber, haben aber alles Interesse daran, dass für die Charakterisierung optischer Beschichtungen im Rheintal ein Kompetenzzentrum entsteht. (M.R.)