LICHTENSTEIG: Lobbying wird vermisst

Der St. Galler Ortsgemeindeverband bleibt Mitglied im Schweizerischen Verband. Regierungsrat Marc Mächler und Nationalrat Thomas Ammann sprachen sich für Schweizer Holz aus.

Beatrice Bollhalder
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Aldo Caluori, Valens, und Ruedi Meli, Mels (neu im Vorstand); Kurt Utzinger, Pfäfers, und Peter Senti, Flums-Kleinberg (abtretende Vorstandsmitglieder), mit Präsident Heini Senn, Buchs (von links). (Bild: Beatrice Bollhalder)

Aldo Caluori, Valens, und Ruedi Meli, Mels (neu im Vorstand); Kurt Utzinger, Pfäfers, und Peter Senti, Flums-Kleinberg (abtretende Vorstandsmitglieder), mit Präsident Heini Senn, Buchs (von links). (Bild: Beatrice Bollhalder)

Beatrice Bollhalder

redaktion

@wundo.ch

Es gibt viele gute Gründe nach Lichtensteig zu kommen, dies haben sowohl Peter Hüberli, Präsident der hiesigen Ortsgemeinde, als auch Stadtpräsident Mathias Müller den Delegierten der St. Galler Ortsgemeinden mit auf den Weg gegeben. Müller stellte sich die Frage, ob es die Ortsgemeinden überhaupt noch brauche und hielt fest, dass diese gerade in Lichtensteig eine sehr wichtige Funktion habe. Er wies darauf hin, dass die Ortsgemeinde Lichtensteig Wohnraum und Liegenschaften zur Verfügung stellt oder auch als Sponsor von Anlässen auftritt.

Vorerst kein Verbandsaustritt

Bevor die Delegierten das Ständchen der Musikgesellschaft geniessen, sich mit Köstlichkeiten der «Bereflade-Chuchi» verwöhnen lassen und in Lichtensteiger Kulturangeboten schnuppern durften, hatten sie die traktandierten Geschäfte zu erledigen. Hier hatten sie zu entscheiden, ob der kantonale Verband aus dem schweizerischen Gebilde, dem Verband der Bürgergemeinden und Korpo­rationen (SVBK) austreten soll, ­wie das vom Vorstand beantragt ­wurde.

Diese Empfehlung ist nach reiflicher Überlegung entstanden, da von der übergeordneten Stelle seit längerem keine sichtbare Unterstützung erwartet werden kann. «Wir stellten fest , dass der SVBK seine Haupttätigkeit auf die Abhaltung der jährlichen Hauptversammlung legt», führte Heini Senn, Präsident der St. Galler Ortsgemeinden, aus. Die Interessenwahrung auf Landesebene und das Lobbying für die Anliegen der Ortsgemeinden werde vermisst. Zudem sind die Verbesserungsvorschläge des St. Galler Verbandes als destruktive Kritik abgetan worden. Einige Delegierte äusserten sich dahingehend, dass gerade der St. Galler Verband als einer der grösseren nicht einfach austreten, sondern sich dafür einsetzen sollte, dass auf nationaler Ebene die Anliegen der Ortsgemeinden wieder vertreten werden. Den beiden Anträgen, dass der Vorstand mit Forderungen wie etwa einem klaren Konzept an den SVBK gelangen müsse, stimmten die Delegierten zu. Bis in zwei Jahren will man eine strategische Ausrichtung erkennen können. Der Vorstand erhielt den Auftrag, in Bern Druck zu machen.

Aus dem Vorstand der St. Galler Ortsgemeinden sind aufgrund der kommunalen Wahlen vom vergangenen Herbst drei Mitglieder ausgetreten. Es sind dies Hermann Fuhrimann aus Rorschach, Peter Senti, Flums-Kleinberg, und Kurt Utzinger aus Pfäfers. Von den Revisoren haben Tony Frei aus Widnau und René Schelling aus Berneck demissioniert. Neu in den Vorstand gewählt worden sind Aldo Caluori von der Ortsgemeinde Valens, Ruedi Meli, OG Mels, und Simon Diezi, OG Thal. Als neue Revisoren kommen Regula Gois, St. Margrethen, und Jürg Hengartner aus Rebstein zum Einsatz. Die Bisherigen wurden alle einstimmig wiedergewählt.

Schweizer Holz fördern

Durch den Rücktritt von Rita Dätwyler, die seit 2011 als umsichtige Geschäftsführerin amtete, wird die Geschäftsstelle künftig von der Ortsgemeinde Wil betrieben. Philipp Haag, der neue Ratsschreiber, ist dafür zuständig.

Da viele Ortsgemeinden Waldbesitzer sind, unterstützt auch der Verband die Bemühungen um das Schweizer Holz und lud zum Thema zwei Referenten nach Lichtensteig ein. Regierungsrat Marc Mächler legte dar, nach welchen Kriterien öffentliche Bauten vergeben werden und dass es nicht immer in seiner Macht stehe, Schweizer Holz zu bevorzugen. Die Vorgabe der Diskriminierung verunmögliche es, auf dem einheimischen Rohstoff zu bestehen. Auf Gemeindeebene bestünden da mehr Handlungsspielraum, hielt Mächler fest. Nationalrat Thomas Ammann, seines Zeichens auch Präsident Waldwirtschaft St. Gallen und Fürstentum Liechtenstein sowie von Holzmarkt Ostschweiz, wies unter anderem auf die Arbeits- und Ausbildungsplätze hin, die dank der Förderung von Schweizer Holz erhalten werden könnten. Mit Losausschreibungen und Schwellenwertänderungen könnte viel dafür getan werden, ist sich Ammann sicher.