LICHTENSTEIG: Ein Feierabendbier war zu viel

Das Kreisgericht Toggenburg hat einen Mann zu einer Haftstrafe verurteilt. Er steuerte mehrere Male betrunken ein Auto.

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Er habe «Scheissdreck» gebaut, könne nicht mehr retour. Der 36-jährige Mann, der vor Kreisgericht Toggenburg stand, bereute seine Taten. Vor einigen Monaten verursachte er einen Unfall mit Sachschaden und entfernte sich von der Unfallstelle. Die Polizei griff ihn zu Hause auf und mass einen Blutalkoholwert von mindestens 1,91 Promillen, zudem war der Mann übermüdet. Er hatte zuvor bereits dreimal ­einen Strafbefehl erhalten wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand. Den Führerschein musste er im Herbst 2014 abgeben, trotzdem fuhr er täglich mit dem Auto zu Arbeit.

Vor dem Gericht gab der Angeschuldigte alle ihm zur Last gelegten Vorfälle zu. Er sei sich der Gefahr bewusst gewesen, als er sich betrunken ins Auto gesetzt habe. Aber an diesem Abend habe er nach dem Feierabendbier in lustiger Runde noch heimfahren wollen.

Ohne Führerschein zur Arbeit gefahren

Dass er trotz Führerscheinentzug weiterhin zur Arbeit gefahren ist, begründete er damit, dass er sich vor seiner Ex-Frau geschämt habe, dass er sein Billett abgeben musste. Ein Gutachter schrieb zu dieser Angelegenheit, dass der Angeschuldigte ein Alkoholproblem habe. Dies leugnete der Mann vor dem Richter. Alkohol zu trinken sei für ihn keine Gewohnheit, und es sei ja schliesslich nicht verboten, zum Feierabendbier zu gehen. Zudem fehle ihm, der für seine Kinder Unterhalt zahlen müsse, schlicht das Geld, um regelmässig Alkohol und noch in grossen Mengen zu konsumieren.

Der Richter bestätigte den von der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung ausgearbeiteten Urteilsvorschlag. Der Mann muss somit eine Haftstrafe von neun Monaten unbedingt absitzen und eine Busse von 600 Franken bezahlen. Dazu kommen die Verfahrenskosten. Die Geschichte zeige, dass Geldstrafen nichts bewirken, darum müsse jetzt eine härtere Strafe sein, sagte der Richter. Dass der Angeklagte sich selber vor Schranken als «Pechvogel» bezeichnete, liess der Richter nicht gelten. Vielmehr habe er viel Glück gehabt, dass bei den Unfällen ausser Sachschaden nichts passiert sei.

Sabine Schmid

sabine.schmid

@toggenburgmedien.ch

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