Lehrplankritiker verhöhnt Ebola

Lehrplan- und Impfkritiker Daniel Trappitsch hat polemische Videos verbreitet, die nur haarscharf an der Verspottung von Ebola-Opfern vorbeizielen. Seine Mitstreiter stört das nicht.

Jana Rutarux
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BUCHS. Die Diskussion um Ebola sei eine einzige Panikmacherei, heisst es in zwei Videos, die derzeit im Internet kursieren. Produziert wurden die Filme vom deutschen Impfkritiker Michael Leitner. Ebola wird in diesen als reine Erfindung dargestellt. In der Schweiz hat der bekannte Impfgegner Daniel Trappitsch aus Buchs die Videos verbreitet. In einem Newsletter schreiben Trappitsch und Leitner, Ironie sei das einzige angebrachte Mittel, um über Ebola zu sprechen.

Gegen HarmoS und Lehrplan 21

Der 49jährige Trappitsch ist Geschäftsführer des Netzwerkes Impfentscheid, einer Organisation von Schweizer Impfgegnern. Zudem ist er im Verein für eine starke Volksschule St. Gallen aktiv. Der Verein bekämpft unter anderem den Lehrplan 21 sowie das HarmoS-Konkordat.

«Spott und Häme»

Die NZZ machte die Verbreitung der Videos am Mittwoch publik. «6 Minuten und 17 Sekunden lang Spott und Häme: Das ist alles, was Schweizer Impfkritiker für die Ebola-Epidemie und ihre Opfer übrig haben», schrieb die Zeitung auf ihrem Onlineportal.

Ein Video zeigt einen Zusammenschnitt aus diversen Berichten über Ebola, hinterlegt mit Marschmusik. Eine Hintergrundstimme kommentiert die Bilder mit Aussagen wie diesen: «Da werden Männer mit Alkoholvergiftung, die sich eingenässt haben, als neuer Ebola-Fall präsentiert.» Oder: «Wer würde sich schon ohne Todesangst Gentechnik spritzen lassen?»

Trappitsch dementiert, dass es sich bei den Videos um eine Verspottung der Opfer handle. Es sei vielmehr eine Kritik an der Weltgesundheitsorganisation und an der Berichterstattung der Massenmedien. «Es ist uns bewusst, dass die Videos als provokativ empfunden werden können. Aber wir erreichten nur so grosse Aufmerksamkeit», sagt Trappitsch. Die Reaktionen auf die Videos seien vielseitig gewesen. «Von <super> bis <geht nach Afrika und sterbt dort selber> habe ich alles gehört», sagt Trappitsch.

Kein Zusammenhang

Michael Fitzi, Präsident des Vereins für eine Starke Volksschule St. Gallen, stören die Nebenaktivitäten von Trappitsch nicht: «Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.» Die Mitglieder setzten sich für eine Volksschule ohne Lehrplan 21 ein, sagt Fitzi. Weitere private oder berufliche Tätigkeiten hätten mit dem Verein keinen Zusammenhang.

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