Lehrplan nicht im Rat

ST. GALLEN. Die SVP-Fraktion verlangte mehr Einfluss auf die Lehrpläne der Volksschule: Der Kantonsrat solle diese Lehrpläne genehmigen. Die entsprechende Motion zielte auf den Lehrplan 21. Dieser sei stark ideologisch geprägt, sagte Sandro Wasserfallen (SVP, Goldach).

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ST. GALLEN. Die SVP-Fraktion verlangte mehr Einfluss auf die Lehrpläne der Volksschule: Der Kantonsrat solle diese Lehrpläne genehmigen. Die entsprechende Motion zielte auf den Lehrplan 21. Dieser sei stark ideologisch geprägt, sagte Sandro Wasserfallen (SVP, Goldach). Anita Blöchliger Moritzi (SP, Gaiserwald) konterte: Lehrpläne seien nicht Aufgabe des Parlamentes, und das «1×1» sei kaum ideologisch geprägt. Karin Ilg (GLP, St. Gallen) lobte den Lehrplan 21 als Grundlage der Kooperation zwischen den Kantonen und wies die SVP auf das Sparpotenzial gemeinsamer Lehrmittel hin. Arno Noger (FDP, St. Gallen) fand ebenfalls, der Kantonsrat sei komplett ungeeignet, um über den Lehrplan zu beraten. Diego Forrer (CVP, Grabs) teilte diese Einschätzung. Er frage sich, warum sich die SVP von einem dubiosen Verein, der den Lehrplan 21 verhindern will, instrumentalisieren lasse.

Bildungsdirektor Stefan Kölliker hatte zwar ein gewisses Verständnis für das Anliegen der SVP, verteidigte aber den Lehrplan 21 mit Vehemenz. Er rüste die Schülerinnen und Schüler mit allen notwendigen Fähigkeiten für die gesellschaftlichen Herausforderungen aus. Er werde auch noch auf den Kanton St. Gallen angepasst. Die Ratsmehrheit folgte darauf dem Antrag der Regierung und trat nicht auf die Motion ein. (psg/HJR)