Lehrplan 21: Kritik gibt es auch an der abgespeckten Version

ST. GALLEN/ZÜRICH. Nach der teilweise harschen Kritik in der Vernehmlassung wurde gestern in Zürich eine abgespeckte, endgültige Version des Lehrplans 21 präsentiert. Unter anderem wurde die Zahl der im Lehrplan formulierten Kompetenzziele reduziert und gewisse Grundansprüche gesenkt.

Dominic Wirth/ richard Clavadetscher
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ST. GALLEN/ZÜRICH. Nach der teilweise harschen Kritik in der Vernehmlassung wurde gestern in Zürich eine abgespeckte, endgültige Version des Lehrplans 21 präsentiert. Unter anderem wurde die Zahl der im Lehrplan formulierten Kompetenzziele reduziert und gewisse Grundansprüche gesenkt. Mit dem Projekt, das seit 2006 in Arbeit war, soll die Volksschule in der Deutschschweiz harmonisiert werden.

Nun sind die Kantone am Zug

Nun liegt der Ball bei den Kantonen, die sich an die Umsetzung machen. Bis der neue Lehrplan eingeführt wird, dürfte einige Zeit vergehen. Frühestens auf das Schuljahr 2017/18 wird er zum Einsatz kommen. Weil in verschiedenen Kantonen Bestrebungen laufen, die Einführung des Lehrplans 21 via Parlament oder Volksinitiative zu verhindern, ist die Zukunft des Projekts vielerorts offen.

Weiterhin lautstarke Kritik

Denn die Abspeckung hat die Kritiker nicht besänftigt. Die SVP zum Beispiel ruft nicht nur die Kantone auf, auf die Einführung «des völlig weltfremden und praxisuntauglichen» Lehrplans 21 zu verzichten, sie will gleich noch die zuständige Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz auflösen. Kritik aber auch in der Region: Michael Fitzi, Präsident des Vereins für eine starke Volksschule St. Gallen, etwa hält fest, die Philosophie des Lehrplans 21 sei nach wie vor dieselbe: Es gehe um Kompetenz- statt um Inhalts-orientierung. Der Thurgauer Lehrplan-21-Kritiker und SVP-Kantonsrat Urs Martin ist «dafür, die Übung zu stoppen». Das Konzept des Lehrplans 21 gehe schlicht nicht auf. • THEMA 21+23

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