Lebensraum für seltene Tiere wurde aufgewertet

SARGANSERLAND. Zwei Aufwertungsprojekte in der Region Sarganserland zeigen beispielhaft die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Kanton, Gemeinden und privaten Naturschutzorganisationen im Natur- und Landschaftsschutz.

Drucken
Teilen
Regierungspräsident Benedikt Würth (2. von links) lässt sich über das aufgewertete Biotop Fehrbach orientieren. (Bild: Axel Zimmermann)

Regierungspräsident Benedikt Würth (2. von links) lässt sich über das aufgewertete Biotop Fehrbach orientieren. (Bild: Axel Zimmermann)

SARGANSERLAND. Zwei Aufwertungsprojekte in der Region Sarganserland zeigen beispielhaft die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Kanton, Gemeinden und privaten Naturschutzorganisationen im Natur- und Landschaftsschutz. Die Erhaltung und Aufwertung bestehender naturnaher Lebensräume ist für den Naturschutz von vorrangiger Bedeutung. Regierungspräsident Benedikt Würth, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes, liess sich gestern vor Ort darüber informieren.

Der Grundstein für den Erfolg von Naturschutzprojekten ist eine funktionierende Partnerschaft zwischen Kanton und Gemeinden. Aber auch die Zusammenarbeit mit privaten Naturschutzorganisationen trägt massgeblich zum Erfolg von Naturschutzmassnahmen bei. Davon war Regierungspräsident Benedikt Würth schon vor der Besichtigung überzeugt. Wie eine solche Zusammenarbeit in der Praxis funktionieren kann, wollte er direkt von den Beteiligten wissen. Er besuchte die Aufwertung der Kiesgrube Fehrbach, ein Amphibienbiotop von nationaler Bedeutung in der Gemeinde Vilters-Wangs sowie das Sanierungsprojekt der Trockenmauern in der Kulturlandschaft Porta Romana in der Gemeinde Pfäfers.

Beide Projekte wurden von Pro Natura St. Gallen-Appenzell initiiert und geleitet. Kanton und Gemeinden haben die Projekte mit finanziellen Beiträgen massgeblich unterstützt.

Amphibienbiotope neu gestaltet

Die Besuchergruppe startete bei der Kiesgrube Fehrbach. Das Gebiet besitzt einen hohen naturschützerischen Wert, der vor allem durch die bedeutenden Amphibienpopulationen begründet ist. Seit 2001 ist die Kiesgrube an Pro Natura St. Gallen-Appenzell verpachtet. Das bestehende Pflege- und Aufwertungskonzept wurde in mehreren Etappen von 2012 bis 2014 umgesetzt. Die Aufwertungsmassnahmen konnten im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen werden.

Entstanden ist ein wertvoller Lebensraum für Grasfrosch, Erdkröte, Bergmolch und die stark gefährdete Gelbbauchunke. Nicht zuletzt profitiert auch der Mensch von den Aufwertungsmassnahmen, denn die Kiesgrube Fehrbach wird von der einheimischen Bevölkerung zunehmend als Naherholungsgebiet besucht und geschätzt.

Als zweite Station besuchte Benedikt Würth die Sanierung der Trockenmauern in der Porta Romana – ein Projekt, das seit 2013 läuft. Die Porta Romana ist eine sehr vielfältige, extensiv bewirtschaftete Kulturlandschaft mit Rebbergen, Trockenmauern, Magerwiesen, Hecken und Eichenwäldern. Sie befindet sich entlang des ehemaligen Römerwegs von der Bad Ragazer Fluppi zur Klosterkirche Pfäfers. Die Trockenmauern sind ein kulturhistorisch bedeutendes Landschaftselement der Porta Romana. Sie bieten zudem Tieren und Pflanzen wertvollen Lebensraum.

Kerngebiete für die Natur

Die Kiesgrube Fehrbach und die Porta Romana können als eigentliche Kerngebiete für die Tier- und Pflanzenwelt bezeichnet werden. Solche Gebiete sind für den Naturschutz und die Erhaltung der Biodiversität von ausserordentlicher Bedeutung. In einer vom Menschen intensiv genutzten Landschaft bieten sie zahlreichen seltenen und bedrohten Arten Lebensraum. Die Erhaltung und Aufwertung dieser Gebiete ist aus Sicht des Naturschutzes deshalb ein dringliches Anliegen.

Jährlich unterstützt der Kanton St. Gallen bis zu 40 Naturschutzprojekte mit total 1,6 Millionen Franken. (pd)