Leben zu retten, interessiert wenige

Freiwillig besucht kaum jemand den Nothelferkurs. Auch die Kurse und Trainings, in denen man lernt, wie man ein Wiederbelebungsgerät benutzt, stossen auf geringes Interesse.

Alexandra Gächter
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Die Kurse und Trainings, in denen man lernt, wie man einen Defibrillator anwendet, sind nicht ausgelastet. (Symbolbild: Reto Martin)

Die Kurse und Trainings, in denen man lernt, wie man einen Defibrillator anwendet, sind nicht ausgelastet. (Symbolbild: Reto Martin)

Seit drei Monaten ist aussen bei der alten Post in Wildhaus ein Wiederbelebungsgerät – ein sogenannter Defibrillator – stationiert. Der örtliche Samariterverein hat diesen mit Unterstützung der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann gekauft. Der Defibrillator ist für alle rund um die Uhr zugänglich. Gebraucht wurde er erfreulicherweise noch nicht, wie der Präsident des Samaritervereins Wildhaus, Paul Krähemann, sagt. Weniger erfreulich ist, dass sich kaum jemand der Wildhauser dafür interessiert, wie ein Defibrillator funktioniert. «Zur Einweihung des Gerätes gab es eine Demonstration. Nur drei Personen erschienen», so Krähemann.

Vier Termine, eine interessierte Person

Sechsmal im Jahr führt der Wildhauser Samariterverein ein Defibrillator-Training durch. Im laufenden Jahr sind vier dieser Termine bereits verstrichen. Dreimal sei niemand gekommen, einmal kam eine Person, sagte Krähemann. Die verbleibenden zwei Termine finden im Oktober und Dezember statt. Wie immer freut sich der Samariterverein auf viele Interessierte. Geübt werde mit Puppen und zwei Trainingsgeräten, die keinen Strom abgeben, sagt Krähemann weiter.

Zusätzlich zu den Trainings führt der Samariterverein Kurse durch. BLS-AED werden diese in der Fachsprache genannt. BLS heisst übersetzt Basis-Lebensrettung. Man lernt dort unter anderem, wie man eine Herz-Lungenmassage durchführt. AED steht vereinfacht gesagt für Defibrillator. Es wird also gezeigt, wie man dieses Gerät bedient. Leider seien auch diese Kurse nicht gut besucht. «Einige Male musste der Kurs abgesagt werden, weil wir zu wenig Anmeldungen hatten. Viele in der Bevölkerung denken, das brauche ich sowieso nie. Ebenfalls haben wir Mühe, genügend Anmeldungen für Nothelferkurse zusammenzubringen», sagt Krähemann.

Viele absolvieren den Kurs, weil sie müssen

Der Samariterverein Alt St. Johann führt fünfmal im Jahr ein Defibrillator-Training durch. «Es kommt höchst selten jemand», sagt Kursleiterin Andrea Knaus vom Samariterverein Alt St. Johann. Einmal im Jahr versucht der Verein zudem, einen Defibrillator-Grundkurs durchzuführen. Es sei für sie ebenfalls nicht einfach, genügend Interessierte zu finden.

Beim Nothelferkurs sind die Teilnehmer zwar zahlreicher. Aber die meisten davon seien Teenager und junge Erwachsene, die wegen der Roller- oder Autoprüfung den Kurs absolvieren müssen. «Es gibt nur wenig Freiwillige», sagt Knaus.

In der Region Werdenberg gibt es gemäss dem Ärzteverein Werdenberg-Sargans 52 Defibrillatoren. Das EW Sevelen wird demnächst ebenfalls mit so einem Gerät ausgestattet. 3

Defibrillator-Training: 20. Oktober (Wildhaus), 7. November (Alt St. Johann), 15. Dezember (Wildhaus), 19 bis 20.30 Uhr im jeweiligen Feuerwehrdepot