Landschaften im Kopf

Er malt meist im stillen Kämmerlein. In der Raiffeisenbank in Grabs sind nun seine Landschaften zu sehen. Seine Werke zeigt der Grabser Leonhard Vetsch erst zum zweiten Mal öffentlich.

Reto Neurauter
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Leonhard Vetsch freut sich mit seiner Frau Edith Vetsch-Rohrer über die gelungene Ausstellung in der Raiffeisenbank Grabs, in der mehrheitlich Landschaftsbilder zu sehen sind. (Bild: Reto Neurauter)

Leonhard Vetsch freut sich mit seiner Frau Edith Vetsch-Rohrer über die gelungene Ausstellung in der Raiffeisenbank Grabs, in der mehrheitlich Landschaftsbilder zu sehen sind. (Bild: Reto Neurauter)

GRABS. Es ist die 50. Ausstellung im Rahmen «Raiffeisen unterstützt Werdenberger Kunstschaffen», die am Donnerstagabend in Grabs eröffnet wurde. «Wir freuen uns immer wieder, wenn in unserer Bank neue Bilder eines Künstlers aus dem Werdenberg ausgestellt sind», sagte Sandro Uhlmann, stellvertretender Vorsitzender der Bankleitung, vor zahlreichen Gästen. Das gebe den Räumlichkeiten immer wieder eine besondere Note.

«Gefühlte» Bilder

Für diese besondere Note sorgt diesmal Leonhard Vetsch aus Grabs. Er gibt unverhohlen zu, dass es etwas Überwindung gekostet habe, die Bilder öffentlich zu zeigen. Das bestätigt denn auch seine Frau Edith, die in ihren einführenden Worten davon spricht, dass ihr Mann am liebsten im Kämmerchen hocke und male, «er ist dann wie in seiner eigenen Welt.» Und wenn er das tue, dann mit viel Geduld. Seine Bilder entstünden eigentlich nur im Kopf, «es sind gefühlte Bilder», wie der Künstler betont. Und da wiederum steht das Landschaftsbild an erster Stelle.

Landschaften faszinieren

Wenn man diese Landschaftsbilder genauer betrachtet, dann sieht man, wie akribisch er ans Werk geht – mit viel Liebe zum Detail. Und die entsprechende Stimmung darf da dann natürlich auch nicht fehlen.

Schon des jungen Leonhard Vetschs Lieblingsfach in der Schule war Zeichnen. Aber das Hobby schlummerte lange vor sich hin, die 44 Arbeitsjahre liessen das nicht zu. Erst als der heute 65-Jährige vor fünf Jahren in Pension ging, da war Zeit, sich Malutensilien zu kaufen. Zuerst versuchte er es mit Ölfarben. «Die ersten Bilder waren soso lala», sagt seine Frau. «Ich bin halt sehr selbstkritisch, da wird dann schnell ein Bild übermalt – oder ich werfe es weg», ergänzt Leonhard Vetsch im Gespräch mit dem W&O. Doch dann entdeckt er, dass es mit Bleistift und Acrylfarben noch besser geht, und es entstehen neue, andere Landschaften. «Gedachte Landschaften zu zeichnen und zu malen ist für mich etwas vom Faszinierendsten», erklärt Leonhard Vetsch, dann befinde er sich wie in einer anderen Welt.

Jüngst hat er sich an moderne Motive gewagt. «Die sind recht gut gelungen», ist Edith Vetsch überzeugt, was Leonhard Vetsch doch mit etwas Stolz erfüllt. Während des Apéros blieb dann genügend Zeit, die ausgestellten Bilder genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei gab es anerkennende Worte für den Künstler.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage durch ein Saxophonquartett der Musikschule Werdenberg unter der Leitung von Bernhard Klas.

Die Ausstellung dauert bis am 29. Februar 2016. Sie ist Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr geöffnet.