Land Liechtenstein reduziert die Energieförderung

VADUZ. Die Liechtensteiner haben die grosszügigen Förderungsmassnahmen des Staates bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen, dem Aufstellen von Sonnenkollektoren und dem Einbau effizienterer Haustechnikanlagen in bedeutend höherem Ausmass genutzt, als prognostiziert worden war.

Günther Meier
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VADUZ. Die Liechtensteiner haben die grosszügigen Förderungsmassnahmen des Staates bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen, dem Aufstellen von Sonnenkollektoren und dem Einbau effizienterer Haustechnikanlagen in bedeutend höherem Ausmass genutzt, als prognostiziert worden war. Die mit dem Energieeffizienzgesetz 2008 eingeführten Förderungen verschiedener Anlagenkategorien führten bis 2012 zu Förderbeiträgen von über 43 Mio. Franken.

Der überwiegende Anteil floss in die Förderung von Photovoltaikanlagen, obwohl aufgrund des technologischen Fortschritts und der sinkenden Anschaffungskosten der Anlagen die Förderbeiträge mehrfach nach unten angepasst wurden. In Anbetracht der Sparmassnahmen für den Staatshaushalt plant die Regierung, die Förderbeiträge auf jährlich rund 6 Mio. Franken zu reduzieren.

Die Ziele seien nicht in Gefahr

Die Regierung glaubt, die hochgesteckten Ziele der Energiestrategie 2020 nicht zu gefährden, wenn die Förderbeiträge erneut gekürzt werden. Als Begründung dafür wird angeführt, dass die Fördergelder seit 2009 um die Hälfte gekürzt worden seien, die energetische Wirkung habe nur um ein Drittel abgenommen. Das sage aus, dass die Mittel inzwischen effizienter eingesetzt würden.

Laut Berechnungen erreichen die seit dem Inkrafttreten des Energieeffizienzgesetzes geförderten Projekte eine Gesamtwirkung von 6,5 Millionen Liter Heizöl-Äquivalent pro Jahr. Auf die Lebensdauer der einzelnen Massnahmen hochgerechnet, entspreche die Wirkung einer Energiemenge von 140 Millionen Liter Heizöl-Äquivalent. Unter der Annahme eines Energiepreises von einem Franken pro Liter Heizöl-Äquivalent, rechnet die Regierung vor, ergebe sich eine Entlastung von 140 Mio. Franken bei den Energiekosten. Sollten die Energiepreise über die Zeitspanne der Wirkungsdauer der geförderten Anlagen ansteigen, falle die finanzielle Entlastung noch höher aus. In diesem Fall wären die positiven Auswirkungen auf den Staatshaushalt entsprechend grösser, weil weniger CO2-Zertifikate gekauft werden müssten.

Drei Prozent Sonnenenergie

Photovoltaikanlagen, die bisher unter den Förderanlagen die höchste Resonanz bei privaten Bauherren gefunden haben, tragen derzeit rund drei Prozent zum aktuellen Stromverbrauch in Liechtenstein bei. Sollten Photovoltaikanlagen im bisherigen Ausmass errichtet werden, könnte nach Schätzungen bis im Jahr 2020 ein Anteil von acht Prozent aus diesen Anlagen gedeckt werden. Im Vergleich dazu liegt der Anteil der einheimischen Wasserkraft bei 16 Prozent, der sich nur unter Nutzung des Rheins noch steigern liesse.

Noch über dem Marktpreis

In Anbetracht der hohen Erwartungen an Photovoltaikanlagen hat die Regierung beschlossen, die Fördermassnahmen bis 2018 weiterzuführen. Dazu zählt auch die Einspeisevergütung aus solchen Anlagen, die noch über dem Marktpreis liegt. Zur Finanzierung wurde im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes eine Defizitgarantie des Staates für den «Fonds zur Einspeisevergütung» festgelegt. Damit die Staatskasse des Fürstentums Liechtenstein bei der geplanten Auflösung des Fonds nicht belastet wird, plant die Regierung eine Erhöhung der Förderabgabe pro Kilowattstunde von 0,3 auf 1,0 Rappen, für eine begrenzte Zeit auf 1,5 Rappen.

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