Kurzarbeit für Pascal Kessler

Gleich zu Beginn der zweiten Runde entschied Pascal Kessler den EM-Kampf gegen den Italiener Aldo Solferin für sich. Der Ellbogen des Buchsers war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Robert Kucera
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Der Buchser Pascal Kessler (rechts) hatte seinen Gegner Aldo Solferin aus Italien im Griff und gewann in der zweiten Runde nach technischem K. o. (Bild: Robert Kucera)

Der Buchser Pascal Kessler (rechts) hatte seinen Gegner Aldo Solferin aus Italien im Griff und gewann in der zweiten Runde nach technischem K. o. (Bild: Robert Kucera)

BUCHS. Um 23.37 Uhr Samstagnacht brachen im bzb Buchs kurz alle Dämme. Aus regionaler Sicht war dies der Höhepunkt der Fight Explosion. Soeben hatte Pascal Kessler seinen EM-Titel in der Sparte Full Muai Thai in der Gewichtsklasse bis 57 kg gegen Aldo Solferin aus Italien erfolgreich verteidigt.

«Ein grosser Cut»

23 Minuten vor Mitternacht unterbrach der Ringrichter kurz den Kampf, Solferin wurde mit klaffender Wunde an der rechten Backe in seine Ecke geschickt. Der Betreuer des Italieners schaute sich die Verletzung kurz an – und warf das Handtuch. Sieg durch technischen K. o. in der zweiten Runde für Pascal Kessler. «Das war ein grosser Cut. Nochmal ein Schlag darauf und es wäre gefährlich gewesen», äussert sich der Buchser zur Aufgabe des Gegners.

Dass er den Kampf so schnell gewinnt, hätte er nicht gedacht. «Man ist schon erleichtert, dass man nicht alle Runden durchkämpfen muss. Ein K. o. oder ein Abbruch ist immer ein schöner Sieg», meint der Europameister und trauert der Chance, dem Heimpublikum mehr von seinen Künsten zu zeigen, nicht nach. «In der ersten Runde konnte ich ja zeigen, was ich kann.»

Einstudierte Aktion

Im Vorfeld hatte Pascal Kessler betont, dass er im Ring mit Köpfchen agieren will. Dies setzte der 21-Jährige perfekt um. Denn der Ellbogenschlag gegen das Gesicht, der den Kampf entschied, hat Kessler in Thailand und danach im heimischen Wing Thai Gym trainiert. Mit einem Jab griff er an und wartete ab. «In der ersten Runde sah ich, dass er danach immer vorwärts kommt. Also habe ich gedacht, ich ziehe mal den Ellbogen nach oben. Ich selber habe nicht viel Power gebraucht. Er ist selber hinein gelaufen», erklärt Kessler, der nach dem Sieg einfach nur «überglücklich» ist. «Dann weiss man wieder, warum man so hart trainiert hat.» ? LOKALSPORT 27