Kunst und Künstler zum Anfassen

Der Stephanstag ohne die Eröffnung der Ausstellung Wildhauser Talente ist für Einheimische und Gäste undenkbar. Es ist der Treffpunkt im obersten Toggenburg und die Gelegenheit, Kunst und Künstler hautnah zu erleben

Adi Lippuner
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Margot Zöhrer aus Fontnas ist mit ihren Filzzwergen und Blumenkindern in Wildhaus präsent.

Margot Zöhrer aus Fontnas ist mit ihren Filzzwergen und Blumenkindern in Wildhaus präsent.

WILDHAUS. Für Sergio Zurlo, Präsident des Vereins Wildhauser Talente ist Kunst individuell. In seiner Begrüssung betonte er, dass es alljährlich eine Herausforderung bedeute, nebst den neun Vereinsmitgliedern auch Gastaussteller und vor allem jüngere Künstler zu gewinnen. «Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr Aussteller dabei haben, die ihre Arbeiten zum erstenmal einem grösseren Publikum präsentieren. Es ist nicht ganz einfach, den Schritt an die Öffentlichkeit zu wagen. Wenn die Werke gefallen, wird der einzelne Künstler in seinem Tun bestätigt,» brachte Sergio Zurlo das Wirken der «Wildhauser Talente» auf den Punkt. Bereichert wurde die Eröffnung durch die Musik des Panflötenduos Yolanda Widmer und Peter Meier, begleitet von Georg Masanz am Keyboard.

Plattform für die Jungen

Bereits beim Eintreten in die Mehrzweckhalle Chuchitobel fallen Werke junger Künstler auf. Es sind die Bilder von Lena Brändle und Leonie Kaiser, Gewinnerinnen des Raiffeisen-Jugendwettbewerbs 2015 in ihrer Alterskategorie und die Collagen von Nikolai Stolz. Sozusagen als Gegensatz werden im Eingangsbereich bodenständige Drechslerarbeiten aus Holz, welche Josef Wenk in unzähligen Stunden geschaffen hat, präsentiert.

In der Halle dann die Qual der Wahl: Rechts herum oder doch in die andere Richtung? Es gibt so viel zu bestaunen, zu betrachten und vor allem zu erleben. Nicht nur die Werke der verschiedenen Künstler locken, auch die Begegnungen von Einheimischen, Feriengästen und Heimwehtoggenburgern gehören zur Ausstellungseröffnung. Wie jedes Jahr befindet sich auch Walter Steiner unter den Anwesenden. «Solange meine Mutter lebt, verbringe ich die Weihnachtsfeiertage in meiner alten Heimat,» ist vom ehemaligen Skispringer, der heute in der schwedischen Stadt Falun lebt, zu hören.

Altes Kunsthandwerk

Die Werke jedes einzelnen Künstlers und jeder Künstlerin zu würdigen, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Deshalb stellvertretend für die neun Vereinsmitglieder und die zehn Gastaussteller einen Blick über die Schulter von Isobel Hess, Wattwil. Mit ihren Emailarbeiten begeistert sie nicht nur die Besucher in Wildhaus, ihre Bilder finden den Weg bis nach Japan.

«Ich erfuhr durch eine Kollegin von der Möglichkeit, Werke in Japan zu präsentieren, und habe dies ganz spontan gewagt. Alle zwei Jahre sende ich eine Auswahl dorthin, und was nicht verkauft wird, kommt zuverlässig zurück. Den Ausstellungsbesuchern erklärt Isobel Hess auch gerne, wie ihre Werke vom filigranen Fingerring bis zum grossen Emailbild, in mehreren Arbeitsschritten entstehen.

Die aktuelle Ausstellung Wildhauser Talente in der Mehrzweckhalle Chuchitobel ist noch heute Montag, den 28. Dezember, ind er Zeit von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Isobel Hess erklärt den interessierten Besucherinnen in Wildhaus die Kunst des Email-Technik. (Bilder: Adi Lippuner)

Isobel Hess erklärt den interessierten Besucherinnen in Wildhaus die Kunst des Email-Technik. (Bilder: Adi Lippuner)

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