Kulturpreis für Kuno Bont

Der Werdenberger Filmemacher Kuno Bont wurde gestern abend in Schaan für sein grenzüberschreitendes Kulturschaffen vom Verein Liechtenstein-Werdenberg geehrt.

Heini Schwendener
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Kuno Bont mit dem Preis, der ihm gestern abend im Takino in Schaan von Paul Schlegel und Jakob Büchel (von links) vom Verein Liechtenstein-Werdenberg verliehen wurde. Das Kunstwerk stammt von Walter Probst aus Sevelen. (Bild: Heini Schwendener)

Kuno Bont mit dem Preis, der ihm gestern abend im Takino in Schaan von Paul Schlegel und Jakob Büchel (von links) vom Verein Liechtenstein-Werdenberg verliehen wurde. Das Kunstwerk stammt von Walter Probst aus Sevelen. (Bild: Heini Schwendener)

SCHAAN. Alle zwei Jahre wird der Rhibrugg-Förderpreis verliehen, abwechselnd in den Sparten Kultur, Wirtschaft und Sport. Heuer ist die Kultur an der Reihe. Einstimmig zum Preisträger erkoren hat der Vorstand des Vereins Liechtenstein-Werdenberg den Filmemacher Kuno Bont.

Liechtenstein-Premiere

Vereinspräsident Paul Schlegel, Grabs, hielt gestern abend im Takino in Schaan die Laudatio. Die Auszeichnung erhielt Bont für sein vielfältiges kulturelles Schaffen, insbesondere aber für sein jüngstes Werk, den Spielfilm «Das Deckelbad», der auch an den Solothurner Filmtagen gezeigt wurde. Das Publikum kam vor der Preisverleihung in den Genuss des Films, der damit seine Liechtenstein-Premiere feierte.

Paul Schlegel bezeichnete Bont als freiheitsliebenden Menschen, der für soziale Gerechtigkeit einstehe. Er skizzierte dessen Stationen vom Politiker, Gemeindepräsidenten und Journalisten bis hin zum Kunstschaffenden, wo er offenbar seine Berufung gefunden habe. Bont habe mit seinen Theaterstücken, Freilichtspielen, Kunst-Events und Filmen immer wieder hervorragende grenzüberschreitende Kulturprojekte realisiert. Mit dem «Deckelbad» habe er einen authentischen Fall trotz Widerständen und Finanzierungsproblemen ohne Berührungsängste aufgearbeitet, sagte Paul Schlegel, der Präsident des St. Galler Kantonsrates, weiter.

Zur Raison gebracht

Eindrücklich zeigt «Das Deckelbad», wie der Staat die selbstbewusste, aufmüpfige und jenseits gängiger Konventionen lebende Katharina Walser mit Deckelbädern und Elektroschocks zur Raison bringen wollte. Zurück blieb von der starken Persönlichkeit nur mehr eine Hülle ohne Seele.

«Eine Geschichte, die einen sehr nachdenklich stimme», habe Bont mit seinem Team geschaffen, sagte der Laudator. Gewürdigt wurde, dass Bont bei seinen Produktionen immer wieder regional denke und agiere, «der Preisträger verbindet mit Kultur Menschen und Geschichten von beiden Rheinseiten».

Kuno Bont stellte einen Teil seiner Crew vor und bedankte sich mit den Worten: «Anerkennung gibt es in unserer Branche nicht so häufig. Der Preis ist mir zugleich Ehre und Motivation.»