Kühe in farbiger Pop Art

Für eine halbe Nacht lang verwandelte sich das Restaurant Galerie am See wirklich in eine Galerie. Kathrin D'Alberti aus Buchs präsentierte ihre Kuhbilder im Pop-Art-Stil.

Reto Neurauter
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Die Künstlerin Kathrin D'Alberti aus Buchs, umgeben von ihren Kühen, stellte während einer halben Nacht im Restaurant Galerie am See in Buchs aus. (Bild: Reto Neurauter)

Die Künstlerin Kathrin D'Alberti aus Buchs, umgeben von ihren Kühen, stellte während einer halben Nacht im Restaurant Galerie am See in Buchs aus. (Bild: Reto Neurauter)

BUCHS.. Sie malt und gestaltet, als Künstlerin und als Innenarchitektin. Und seit einigen Jahren hat sie die für sie perfekte Technik gefunden, um in beiden Bereichen erfolgreich zu sein: Kathrin D'Alberti (eine geborene Engler) gestaltet Bilder mit Pigmentfarben, die eigentlich in der Innenarchitektur anwendet werden. «Es sind Farben, die nicht sehr oft in der Kunst verwendet werden», erklärt ihr Mann Peter Reinmann in den einleitenden Worten zu dieser Kurzausstellung im Restaurant Galerie am See am Freitagabend, die musikalisch durch den Hackbrettspieler Nicolas Senn begleitet wurde.

«Diese Farben», so D'Alberti, «werden im weltweit einzigartigen Manufakturbetrieb ktcolor in Uster handwerklich hergestellt.» Es sind mehr als 120 verschiedene Pigmente, die eigens für diesen Betrieb produziert werden oder zum Beispiel von Kreidefelsen oder Ockergruben stammen.

Auch Le Corbusier stand Pate

Legendär dabei, so D'Alberti weiter, seien die Farben des Architekten und Künstlers Le Corbusier, der bevorzugt Naturpigmente eingesetzt hat. ktcolor-Firmenchefin Katrin Trautwein hat diese analysiert, also Körnigkeit und Farbstich unter dem Mikroskop genau bestimmt, um die richtigen Rezepturen zu bekommen. Im Jahre 2000 kamen dann 63 Le-Corbusier-Farben auf den Markt, später weitere 18. In der Presse, auch in der «New York Times», wurden diese als sensationell bezeichnet.

Von Salzteigbilder zu Pop Art

Und diese Pigmentfarben sind es, die D'Alberti für ihre moderne Kunst mit traditionellen Sujets verwendet, die auch an diesem Abend ein zahlreiches Publikum begeisterten. Dabei sagt die Künstlerin, sie male eigentlich nur Flecken, «erst das Auge des Betrachters macht das Bild dann fertig».

Was einst mit Salzteigbildern und Motiven aus der Landwirtschaft angefangen hat, fand also nach vielen Jahren in ihren Pop-Art-Bildern mit Pigmentfarben seine Fortsetzung. Und dass Kühe zu Motiven wurden, ist gar nicht so abwegig. Die kleine Kathrin Engler war oft bei ihrem Grossvater Heinrich Engler im Stall beim Haus an der Hostetgasse anzutreffen, dort wo sie nun heute lebt und arbeitet. «Der Geruch des Stalles und des Heus hat sie all die Jahren nicht losgelassen», so Reinmann, «findet sich sozusagen durch die Motive wieder auf den Bildern.» Aber nur Motive, auf denen die Kälber, Rinder, Kühe oder Stiere Hörner hätten, ergänzt D'Alberti. Sie finde diese auf Weiden, Alpen, Viehschauen oder traditionellem Brauchtum, fotografiere oder skizziere diese mit Bleistift, um sie dann letztlich in den Bildern aber farblich zu verändern. «Dabei muss man wissen, dass sich die Farbe sozusagen setzt, weil die Pigmente schwer sind und sie schnell trocknet», so D'Alberti. Aber dadurch entstehe eine extreme Tiefe im Bild, «etwas zwischen Realismus und Pop Art, reduziert auf ein Minimum», nennt es Reinmann.

Wie ein Puzzle

Und als Betrachter steht man fasziniert davor, setzt Farbflecken um Farbflecken mit den Augen wie ein Puzzle zusammen. Das hat sogar einen Galeristen in der Kantonshauptstadt überzeugt: Während der Olma 2016 kann Kathrin D'Alberti ihre Pop-Art-Bilder mit Kühen in St. Gallen ausstellen. In Buchs aber waren sie nur eine halbe Nacht zu sehen, und kurz vor der Geisterstunde war dann ausgemuht, und die «Galerie am See» wurde wieder zu dem, was sie schon immer war: ein Restaurant.