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KRUMMENAU: Verhalten der Mäuse als Grundlage

Als Gast beim Alpwirtschaftlichen Verein Toggenburg trat «Wetterschmöcker» Martin Holdener auf. Die Politiker in Bern, vor allem «das tapfere Schneiderlein», gehören nicht zu seinen Favoriten.
Adi Lippuner
Die für ihre langjährige Tätigkeit ausgezeichneten Älpler, Walter Näf, Mario Breitenmoser, Josef Gerig, Hansruedi Ammann, Marküs Rüegg, Werner Mock und Hanspeter Bleiker (von links). (Bilder: Adi Lippuner)

Die für ihre langjährige Tätigkeit ausgezeichneten Älpler, Walter Näf, Mario Breitenmoser, Josef Gerig, Hansruedi Ammann, Marküs Rüegg, Werner Mock und Hanspeter Bleiker (von links). (Bilder: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

redaktion@wundo.ch

Ein schlanker Mann mit Schnauz und Bart, gesegnet mit Humor und einem Flair für Mäuse, so kann der Wetterprophet, Martin Holdener aus Schwyz beschrieben werden. Nach dem offiziellen Teil der Hauptversammlung des Alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg, gab er am Donnerstagnachmittag Einblick in seine Tätigkeit und sparte nicht mit humorvollen Bemerkungen.

Eines gleich vorweg: Martin Holdner gehört zur jüngeren Garde der «Wetterschmöcker». Er ist 1997 in den erlauchten Kreis der «sieben Weisen» aufgenommen worden und hat seither schon mehrmals den Titel «Wetterkönig» geholt. Zweimal pro Jahr schauen die Muotathaler Wetterpropheten auf das bevorstehende Halbjahr voraus und haben für jeden Monat drei Prognosen abzugeben. Das Ganze möglichst humorvoll, damit die Anwesenden auch ihren Spass haben.

Am liebsten nur halbtags zur Schule

Spass hatten auch die Älpler im, bis auf den letzten Platz besetzten Saal in der «Sonne», Krummen-au. Angefangen bei der Geburt im Jahr 1962 über die Schule, welche der spätere Bauer und Älpler Martin Holdener am liebsten nur halbtags besuchte bis hin zu seiner Karriere als Feldmauser und Mäusebeobachter, seine Ausführungen waren gespickt mit Humor und ab und zu auch zweideutigen Witzen.

«Zum Glück haben die in Bern keinen Einfluss aufs Wetter, sonst würden sie auch da noch dreinreden.» Solche Aussagen kamen bei den Toggenburger Älplern, die kurz vorher von einer neuen Verordnung bezüglich Sömmerungsbeiträgen erfuhren, gut an. Und dass Bundesrat Johann Schneider-Ammann bei den Bauern nicht den besten Ruf geniesst, ist auch kein Geheimnis. Deshalb entsprach die Bezeichnung «tapferes Schneiderlein» den Einstellungen der Toggenburger.

Doch zurück zu den Vorhersagekünsten des Schwyzers, der sich bei seinen Prognosen auf das Verhalten der Mäuse abstützt. «Für mich ist entscheidend, wie tief die Mäuse im Herbst die Gänge graben, wie es aus den Mäusegängen riecht und auf welcher Seite sie ihren Haarscheitel tragen.» Tiefe Gänge deute auf einen kalten, aber schneearmen Winter hin, Gänge nur wenige Zentimeter unterhalb der Erde sei der Hinweis auf viel Schnee und je nachdem, wie sich das Haar teile, schliesse er auf die zu erwartenden Winde. «Ein Scheitel auf die linke Seite bedeutet Föhn und damit warme Luft, zeigt das Haar auf die andere Seite, kommt der Nordwind und damit die Kälte.»

Dann ist da noch die Sache mit dem Geruch aus den Mäusegängen. «Dazu muss ich mich auf den Boden knieen und es schaut schon etwas komisch aus, wenn ich an der Erde schnüffle und die Luft tief einziehe. Dazu braucht es einen guten Geruchssinn, denn je nachdem, was die Mäuse im Herbst in ihren Bau schleppen, entwickelt sich ein anderer Geruch und ich kann daraus auf das Wetter schliessen.» Dass Martin Holdener mit seinen Prognosen oft ins Schwarze trifft, beweist sein Abschneiden letzten Herbst: Da holte er sich von möglichen 20 Punkten deren 16,5 und wurde Wetterkönig. Auf die Frage aus dem Publikum, wie denn der kommende Alpsommer werde, meinte Martin Holdener: «Ich habe da schon meinen Plan, darf aber keine Details verraten, denn die Prognosen werden am 28. April abgegeben. Wer früher etwas ausplaudert, dem geht es wie Jörg Kachelmann. Der war auch im Gefängnis und das macht sicher keinen Spass.» Doch etwas verriet der Wetterprophet dann doch noch: «Es wird ein nasser, verregneter Sommer.»

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