«Krankheit vom Vergessen» ist in Grabs ein grosses Thema

REGION. Demenz, «die Krankheit vom Vergessen», könnte uns allen noch Kopfzerbrechen bereiten: Bereits heute leben 116 000 Menschen in der Schweiz, die an einer Form von Demenz erkrankt sind.

Christopher Eggenberger
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Jeanette Mösli Präsidentin Kommission für Altersfragen, Grabs (Bild: pd)

Jeanette Mösli Präsidentin Kommission für Altersfragen, Grabs (Bild: pd)

REGION. Demenz, «die Krankheit vom Vergessen», könnte uns allen noch Kopfzerbrechen bereiten: Bereits heute leben 116 000 Menschen in der Schweiz, die an einer Form von Demenz erkrankt sind. Die Schweizerische Alzheimervereinigung geht davon aus, dass es im Jahr 2030 schon 200 000 Personen sein werden. Mehr Menschen mit Demenz bedeutet auch mehr Menschen, die als Angehörige von der Krankheit betroffen sind. Erheblich höhere Kosten für Begleitung, Betreuung und Pflege. Neue Anforderungen an das Zusammenleben der Bevölkerung als Ganzes.

Auch Bund und Kantone sind sich dessen bewusst. 2013 reagierten sie mit der Nationalen Demenzstrategie, in der sie Handlungsbedarf aufzeigen und wichtige Ziele definieren.

Alle sind gefordert

Mit Hilfe der Strategie will man die Lebensqualität der Betroffenen ebenso verbessern wie jene für die Personen, die im Alltag Menschen mit Demenz betreuen. Zu den Zielen gehört jedoch auch, dass die breite Bevölkerung auf das Thema Demenz aufmerksam gemacht wird. Mit Informationsaktivitäten will man Hürden sowie Vorurteile abbauen.

Eine Zielgruppe sind ganz besonders auch Berufsleute, die im Alltag mit dementen Menschen in Kontakt treten: beispielsweise Friseure, Bankangestellte oder Optiker. Solidarität und Integration sind Schlagworte, die in der Nationalen Demenzstrategie verankert sind. Dies sei vor allem am Anfang der Krankheit wichtig, erklärt Regula Rusconi von der Geschäftsstelle St. Gallen der Schweizerischen Alzheimervereinigung. Zu diesem Zeitpunkt sei es von aussen noch nicht immer offensichtlich, dass eine Demenzerkrankung vorliegt. Dies führe dazu, dass den betroffenen Menschen dadurch oft Unrecht getan wird, so Rusconi weiter.

Grabs geht auf Demenz ein

Seit zehn Jahren besteht in der Gemeinde Grabs die Kommission für Altersfragen. Präsidiert wird sie von Gemeinderätin Jeannette Mösli. Zum Jubiläum dieser Kommission organisiert sie im Verlauf dieses Jahres mehrere öffentliche Veranstaltungen zum dringlichen Thema Demenz. Das Angebot umfasst Referate von verschiedenen Fachleuten, Diskussionen mit Betroffenen und Behördenvertretern sowie Schnuppertage im Zentrum Wiitsicht und eine Filmvorstellung. • DIE DRITTE