Krankenstation ist einsatzbereit

Der Buchser Verein River of Hope konnte kürzlich in Selo in Kongo vier neue Einrichtungen einweihen. Gründerin Claudia Doron war – erstmals mit ihrer Familie – dabei und berichtet über den Besuch. Sie hat bereits neue Ziele im Focus.

Hanspeter Thurnherr
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Schüler (in der Mitte Joey Doron) tragen Material in die neu eröffnete Krankenstation im Zentrum «Tala Mosika» in Selo, Demokratische Republik Kongo. (Bild: pd)

Schüler (in der Mitte Joey Doron) tragen Material in die neu eröffnete Krankenstation im Zentrum «Tala Mosika» in Selo, Demokratische Republik Kongo. (Bild: pd)

BUCHS/SELO. Claudia Doron, die Gründerin und treibende Kraft des Vereins River of Hope, besuchte in den Herbstferien erstmals mit Ehemann Jake und den Kindern Noa und Joey das Dorf Selo in der Volksrepublik Kongo. Im Dorf nahe der Hauptstadt Kinshasa unterstützt River of Hope verschiedene Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation der rund 1000 Einwohner. Grund für den Besuch war ein erfreulicher, konnten doch vier neue Einrichtungen eingeweiht werden.

Chor sang Klassik

Im Zentrum stand dabei die Krankenstation, die mit Spenden des Vereins Solidarität für eine Welt Buchs-Grabs-Sevelen gebaut werden konnte. Tochter Noa durfte symbolisch das Band durchschneiden. Für den Höhepunkt sorgte ein Chor aus Kinshasa mit einem klassischen (!) Konzert. «Es war so irrsinnig schön und unerwartet, dass man Hühnerhaut bekam», erzählt Claudia Doron. Die Betriebsbewilligung für die Krankenstation ist inzwischen eingetroffen, und das Inventar, das von Ostschweizer helfen Ostschweizern finanziert wurde, kam auch an. Angebracht am Bauwerk ist nun auch eine Tafel, welche auf die Spende von Solidarität für eine Welt verweist.

Wie Claudia Doron erzählt, organisiert das Projektteam zur Zeit eine eigene Krankenkasse: Mit Monatsprämien von 5 Dollar für Erwachsene und 2 Dollar für Kinder. Die Schulkinder der eigenen Schule bezahlen 10 Dollar pro Jahr. Das Projektteam hofft, so den Betrieb der Krankenstation bald selber tragen zu können und erwartet in etwa zwei Jahren die staatliche Anerkennung. Damit übernähme der Staat einen Teil der Löhne des Ärzte- und Pflegepersonals.

Als zweites konnte die Unterkunft für die Lehrer und weiteres Personal eingeweiht werden. Diese wurde aus Geldern der Kulturförderung des Kantons St. Gallen und von Swisslos finanziert. Des Weiteren konnte der Esssaal für 100 Personen samt Küche übergeben werden. Diese Einrichtung konnte dank finanzieller Unterstützung des Vereins Cuisine sans frontières erstellt werden.

«Wir brauchen Strom»

Fertig gebaut ist inzwischen auch das vierte und somit letzte Gebäude, welches die Medicor Foundation finanzierte. Doch die Einweihung dieser vier Einrichtungen ist nur eine weitere Etappe im Engagement der Buchserin und ihres Vereins.

Schon ist der Fokus von Claudia Doron wieder auf die Zukunft gerichtet. «Wir brauchen unbedingt Strom», sagt sie im Gespräch mit dem W & O. Zwar will der Staat in etwa zwei Jahren einen Anschluss erstellen, doch darauf stützen will sich Claudia Doron nicht. Denn hinter den Preis und die Versorgungssicherheit stellt sie ein Fragezeichen. Also ist bereits eine Photovoltaikanlage im Gespräch.

Oberstufe wird ausgebaut

Des Weiteren soll die Schule ausgebaut werden. Die Primarschulstufe mit ihren sechs Jahrgängen und rund 130 Schülern schliesst mit einer nationalen Prüfung ab. «Im letzten Schuljahr haben alle Sechstklässler die Prüfung bestanden. Die Schule hat deshalb einen guten Ruf, und es wurde bereits eine Weiterbildung für Lehrer bei uns organisiert», freut sich Claudia Doron.

In den nächsten Jahren soll die Oberstufe, deren erste zwei Jahrgänge bereits laufen, auf sechs Jahrgänge erweitert werden. Die Schule spezialisiert sich als technische Oberstufe und möchte Agrikultur, Nähatelier, Mechanik und Schreinern anbieten. Dazu sind weitere Räumlichkeiten nötig. Die Oberstufe kann auch im Internat besucht werden. Im ersten Jahr nützen dies bereits neun Kinder. Vier Lehrer konnten diesen Sommer in Kinshasa eine pädagogische Weiterbildung absolvieren, welche durch Schweizer Pädagogen angeboten wurde.

Freitag, 20. Nov., 20 Uhr, kath. Kirche Buchs: Vortrag: «Ein kongolesisches Dorf zum Leben erweckt», www.ariverofhope.org.