Kosten für viele, Nutzen für wenige

Eine Annahme des Energie­gesetzes hätte für die Schweiz weitreichende Folgen. Es ist absolut unrealistisch, die Kernenergie durch erneuerbare, witterungsabhängige Energiequellen zu ersetzen. Die Versorgungssicherheit kann mit dem Flatterstrom aus Wind- und Solarenergie nicht gewährleistet werden. Die Gefahr von länger andauernden Netzzusammenbrüchen würde frappant steigen. Die Schweiz müsste im Winter massiv Kohlestrom aus Deutschland und Atomstrom aus Frankreich importieren. Das ist aber keine Energiewende.

Hans Moser
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Bei einer Annahme des Energiegesetzes kommt eine Flut von neuen Gebühren, Vorschriften, Abgaben und Subventionen, welche die Bürokratie weiter aufblasen. Erneuerbare Energien würden massiv subventioniert werden. Um den Subventionstopf mit Geld zu füllen, wird der Strompreis auf 2,3 Rp./kWh (+0,8Rp./kWh), der Benzinpreis um 26 Rp./Liter und Heizöl auf 67 Rp./Liter erhöht. Für die stromintensive Grossindustrie gibt es aber billige Sonderkonditionen auf Strom.

Das Energiegesetz trägt die Energiewende auf dem Buckel von KMU und Mittelstand aus. Die Konkurrenzfähigkeit der KMU gegenüber der Grossindustrie wird empfindlich geschwächt. Weniger Wohlhabende können es sich trotz staatlicher Subventionen nicht leisten, ihr Haus energietechnisch, z. B. durch Fotovoltaik, zu sanieren. Die, die genug reich sind, um eine subventionierte Fotovoltaikanlage zu installieren, bekommen noch grosszügige Abnahmeverträge.

Durch die einseitige Subventionierung von Grossindustrie und Vermögenden steigt das Wohlstandsgefälle in der Schweiz bedenklich. Es ist absolut nicht zukunftstauglich, den Mittelstand zu schwächen und die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinanderzuspreizen.

Hans Moser

Hostetgass 9, 9470 Buchs