Kommt Doppelspur erst 2022?

Gemäss der Regierungsantwort auf eine Interpellation planen die SBB den Projektbeginn der Ausbauten auf der Linie St. Gallen–Chur auf April 2016 und die Realisierung «bis Ende 2022».

Hanspeter Thurnherr
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ST. GALLEN. Die Kantonsregierung sieht im Resultat zur Fabi-Abstimmung vom 9. Februar «einen klaren Auftrag des Schweizer Stimmvolkes an Bund und SBB, den weiteren Ausbau der Rheintalstrecke zügig umzusetzen». Dies schreibt sie in ihrer Antwort auf die Interpellation von fünf Kantonsräten aus der Region.

Der Schlussbericht der Infrastrukturstudie, welche der Kanton 2010 mit den SBB vereinbart hatte, habe die Realisierung der Doppelspur Buchs–Sevelen bis 2019 vorgesehen. Dabei gingen die SBB von einem Vorprojektbeginn im April 2013 aus. Gemäss der Regierung gehen die SBB aktuell aber von einer Realisierung bis Ende 2022 bei einem Projektierungsbeginn im April 2016 aus. Ziel der Regierung ist der rasche Abschluss einer Umsetzungsvereinbarung zwischen dem Bund und einem Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Doppelspur löst Konflikte

Welche Bahn (am ehesten SBB oder Südostbahn, Anm. d. Red.) ist für die Regierung sekundär. «Massgebend ist ein möglichst früher Realisierungstermin», schreibt sie. Da die Doppelspur Buchs–Sevelen alleine zahlreiche Verbesserungen im Raum Ziegelbrücke–Bad Ragaz und Sargans–St. Gallen ermögliche, sei ihr Bau als Schlüsselprojekt vordringlich. Die Doppelspur löse die seit dem Fahrplanwechsel bestehenden Trassierungskonflikte mit dem Eurocity Zürich–Wien im Raum Buchs. Diese Konflikte verhinderten heute auch diverse Anschlüsse und Zusatzhalte.

Derzeit werde das Angebots- und Infrastrukturkonzept zwischen Altstätten und Sargans bereinigt. Vorgesehen ist eine halbstündliche Verlängerung der S12 von Chur und der S2 von Altstätten jeweils bis Buchs sowie ein zusätzliches schnelles Fahrplantrassee für den Halbstundentakt zwischen St. Gallen und Sargans (der W&O berichtete).

Höhere Kosten für Gemeinden

Die zusätzliche schnelle Verbindung müsste exakt 30 Minuten versetzt zum Rheintalexpress verkehren, um die Zugkreuzungen bei den bereits ausgebauten Bahnhöfen durchführen und die beiden Doppelspurabschnitte Buchs–Sevelen und Oberriet Nord gleichzeitig für Fern- und Regionalverkehr nutzen zu können. Der Ausbau des Angebotes werde aber auch die Kostenanteile der Gemeinden erhöhen.

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