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Knacknüsse und welscher Charme

Karim Slama auf der Bühne: Das bedeutet zwei Stunden volle Präsenz, Pantomime, Bewegung, Witz und unvergleichlichen Charme. Das Publikum in der Alten Mühle war vom Auftritt begeistert.
Adi Lippuner
Karim Slama überzeugt in der Alten Mühle, Gams, mit seinem aktuellen Programm «Knacknuss». (Bild: Adi Lippuner)

Karim Slama überzeugt in der Alten Mühle, Gams, mit seinem aktuellen Programm «Knacknuss». (Bild: Adi Lippuner)

GAMS. Der multikulturelle Hintergrund von Karim Slama ist unverkennbar: Vater aus Tunesien, Mutter eine Luzernerin, die Ex-Frau aus Spanien und der Mann lebt in Lausanne. Dank seiner genauen Beobachtung – und basierend auf Herkunft und Erfahrung – entstand das aktuelle Programm «Knacknuss», welches am Freitagabend in der Alten Mühle in Gams zu erleben war.

Mit einem fulminanten Start, Musik aus dem Lautsprecher und Karim Slama, der die verschiedenen Musiker perfekt imitiert, wurde ein Auftakt hingelegt, der hohe Erwartungen weckte.

Schon bei der ersten Sequenz eine geballte Ladung Pantomime, Lebendigkeit und Humor. Dann die Frage: «Weshalb sind Sie alle hier? Etwa um mich zu sehen? Und was haben Sie bezahlt? 25 Franken für diesen Abend. Stellen Sie sich vor, Sie wären zu Hause geblieben, dann hätten Sie 25 Franken gespart.»

Verzicht als Gewinn

Dieser Faden wurde gekonnt weitergesponnen. «Als Nichtraucher spare ich 2600 Franken im Jahr, dafür könnte ich mir ein neues iPhone, ein iPad und noch einiges mehr kaufen. Verzichte ich darauf, habe ich schon 5200 Franken gespart.» Sein Fazit: «Je mehr Verzicht, desto mehr Gewinn.» Oder eine andere Schlussfolgerung: «Zeitung lese ich immer noch am liebsten auf Papier statt auf dem iPad, denn mit der Zeitung kann ich eine Fliege erschlagen. Versuchen Sie das mal mit dem iPad, das geht sicher nur einmal.»

Dann wurden Knacknüsse des Lebens aufgezählt: «Ich hasse platzende Abfallsäcke im Lift, mag nicht alleine im Restaurant essen, Billettautomaten sind das Letzte und Husten im Theater eine Katastrophe. Genau so schlimm ist es, ein Couvert abzuschlecken und sich dabei in die Zunge zu schneiden.» Die ganzen Aussagen immer begleitet von der passenden Darstellung der Knacknüsse. Oder die Geschichte mit dem Zoll: Ein arabischer Name, arabisches Aussehen, dann wird eindrücklich demonstriert, was am Zoll und später im Flugzeug erlebt wird.

Die Kinder wie der Vater

Sich selbst auf die Schippe nimmt Karim Slama mit der Vorstellung, wie er einen Auftritt im Greisenalter erleben würde. «Ich werde rechtzeitig aufhören», versprach er dem Publikum.

Doch aktuell beschäftigt ihn die Herausforderung mit seinen drei Kindern. «Für den Jüngsten kann ein Stück Kuchen das Zentrum der Welt sein.» Dann ein kurzer Bogen zum Vater, wie der reagiert, wenn vor der Übertragung des Fussballspiels kein Bier im Kühlschrank ist – der Unterschied ist marginal.

Mitten aus dem Leben gegriffen

Eine weitere Knacknuss: Jeder erlebt mal, dass er oder sie unbedingt «muss». Bei Karim Slama geht dieser Sketch über mehrere Minuten, er hüpft über die Bühne, kommt dann zu Hause an und tut gegenüber den Kindern so, als ob er gar keine Eile hätte. Dann die Erleichterung; «Ja, ich bin ein Sitzpinkler», wird mit strahlendem Lachen erklärt.

Apropos Kinder: Da möchte der Comedian der Grösste sein, auch wenn es nicht immer einfach ist. Die damit verbundenen Geschichten sind mitten aus dem Leben gegriffen. Fazit: Ein Abend voller Knacknüsse, welche das Leben auf unvergleichliche Art bereichern.

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