Klöppelkongress Saarlouis besucht

Am vergangenen 9. April brachen wir mit einer fröhlichen Schar von 42 Klöpplern und Klöpplerinnen aus dem Bündner- und Sarganserland, Werdenberg und dem Thurgau nach Saarlouis auf.

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Diese muntere Schar erlebte schöne Stunden in Frankreich, Luxemburg und Deutschland. (Bild: pd)

Diese muntere Schar erlebte schöne Stunden in Frankreich, Luxemburg und Deutschland. (Bild: pd)

Am vergangenen 9. April brachen wir mit einer fröhlichen Schar von 42 Klöpplern und Klöpplerinnen aus dem Bündner- und Sarganserland, Werdenberg und dem Thurgau nach Saarlouis auf.

Endlich sahen wir uns wieder, die letzte Klöpplerin stieg in Pratteln zu, danach führte uns der Weg nach Colmar, wo wir eine Stadtführung hatten. Die Führerin erzählte uns, dass die Stadt sehr unter der regelmässigen Herrschaft von Frankreich und Deutschland gelitten hat. Wenn man zur falschen Zeit geboren worden war, musste man dreimal den Namen wechseln – von Jean zu Hans und wieder zu Jean.

Der Zimmerbezug lief zügig ab, und schon durften wir ein feines Nachtessen geniessen.

Am Freitagmorgen fuhren wir zuerst nach Luxembourg, hier genossen wir eine spritzige Stadtführung in schweizerdeutsch, da unsere Leiterin zehn Jahre in Basel gelebt hatte. Sie zeigte uns, dass diese Stadt viel mehr als nur Banken zu bieten hat. Ein Traum sind auch die grossen Grünflächen. Leider waren die unterirdischen Gänge nicht geöffnet.

Endlich war es so weit: Ab zu den Händlern, überall Klöppelzubehör, soweit das Auge reichte; so ähnlich muss es im Paradies sein. Schwer bepackt fuhren wir zurück ins Hotel.

Da eine Ausstellungshalle sehr weit weg war, fuhr uns unser Chauffeur zuerst dorthin, weil sich in dieser Halle der schweizerische Verband vorstellte und Arbeiten, nur Eigenentwürfe, von zwei regionalen Klöpplerinnen, Sandra Würgler, Sargans und Edith Manser-Stuker, Grabs ausgestellt wurden.

Zudem konnte hier auch wieder die «geklöppelte Schweiz» bestaunt werden, die wir als Gruppenarbeit (es waren 26 verschiedene Frauen) anlässlich des 30jährigen Jubiläums an der Tagung in Altstätten 2013 gemacht hatten.

Nach einer Stunde wurden wir abgeholt und in die Stadt gefahren, danach war die Zeit bis zum Abend zur freien Verfügung. Bei der Hauptausstellung «Halbschlag» war sehr beeindruckend, was man mit nur einem Schlag an Vielfalt vollbringen kann, nur mit Rasterwechsel, Farb-, Form- und Materialwechsel. Die Wettbewerbsarbeiten «Tür und Tor» waren sehr verschieden, ideenreich, manchmal auch abstrakt.

Durch einen Glücksfall wurde dem deutschen Klöppelverband eine grössere Menge alter Spitzen geschenkt, die beim Abbruch einer Scheune gefunden wurden. Nach zehn Jahren intensiver Arbeit sind alle Spitzen überarbeitet und gezeichnet, damit diese wertvollen Muster nicht verloren gehen. Die Fotos und das zugehörige Buch waren sehr interessant.

Viel zu schnell war es wieder Sonntag, und wir machten uns auf den Heimweg. In Freiburg im Breisgau hatten wir noch einen längeren Aufenthalt, und in Pratteln verliessen uns bereits die ersten zwei Klöpplerinnen wieder.

Dank dem sehr guten Zusammenspiel mit unserem Chauffeur Stephan und unserer Reiseleiterin ist die nächste Reise nach Emden bereits ausgebucht. Wem die Wartezeit bis zum März 2016 zu lange ist, der darf mit uns an die schweizerische Tagung in Yverdon von Ende Mai fahren, einige Plätze hat es noch. Wir freuen uns.