Kleintierzucht auf dem Prüfstand

Beim Ornithologischen Verein sind am Samstag über 200 Kleintiere in einer Vorbewertung auf Gesundheit, Schönheit und Rassenmerkmale geprüft worden.

Silvia Frick
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Experte Hansruedi Niederer erklärt Janik Baumgartner «Kopf und Kragen» seines silberschwarzgesäumten Wyandottenhuhns.

Experte Hansruedi Niederer erklärt Janik Baumgartner «Kopf und Kragen» seines silberschwarzgesäumten Wyandottenhuhns.

Rund 12 bis 15 Ornithologen aus der Region haben am vergangenen Samstag ihre Tiere in Gitterkäfigen in die Markthalle Grabs getragen. Drei Experten prüften die Kleintiere mit tastenden Händen und kritischen Augen. Nur die gesundesten und artgerechtesten Hühner, Enten und Kaninchen dürfen an den alljährlichen Wettbewerben über Zuchttauglichkeit und Rassenreinheit teilnehmen.

«Appenzeller Barthuhn» und «silberschwarz gerandete Wyandotte», «wildfarbene- und Smaragdente», so einige Namen von Hühnern und Enten, «Champagne Silber» und «Kalifornier Kleinsilber Havanna» bei den Kaninchen.

Es wird sorgfältig geprüft und bewertet

Die Experten prüften Tier um Tier, sorgfältig in den drei ersten Kategorien: Gepflegtheit, Körperhaltung und Farbe. «Einzel bewertet werden danach Kopf, Ohren und Hals, Schultern, Becken, Vorder-Hinterläufe und Bauchlinie, und Farbenzeichnung und Fell mit Glanz, bei den Kaninchen» erklärte Experte Bruno Breitenmoser. «Bei den Geflügeltieren natürlich die Schwingen mit ihren Federn, Kopf, Schnabel, Läufe und die artgerechten Gefieder-Zeichnungen», kommentierte Experte Hansruedi Niederer an einem Wyandottehuhn.

Als dritter Experte beurteilte Marcel Strässle eine Ente: «Zuchtziel ist natürlich immer die Rassenerhaltung der Tiere. Nur die schönsten und artgerechtesten bestehen die Tests zu den herbstlichen Zuchtwettbewerben. Nicht zugelassene Tiere werden danach meist in den Verkauf oder in die Nahrungsmittelkette gegeben.

Tierliebe als Voraussetzung

Schon Siebenjährige dürfen Züchter eines Kleintiers werden. So zeigte denn der neunjährige Marvin Baumgartner stolz seine Smaragdente, aber auch schwarz- weisse Kalifornier Silber-Kaninchen gehören zu Baumgartners Zucht. Als wichtige Faktoren der Tierhaltung nennt der junge Züchter gutes Futter, genügend Wasser und eine saubere Stallhaltung. Differenzierter sieht es Sven Baumgartner als Präsident des Ornithologischen Vereins. «Voraussetzung zur Kleintierhaltung ist vor allem die Freude an Tieren», betont er. Zudem empfiehlt er, sich über Zeitaufwand, Pflege und Haltung gut zu informieren und auch die Meinung der Nachbarn zur Tierhaltung abzuklären. Neueinsteiger im Metier werden vom ornithologischen Verein in allen Belangen unterstützt und begleitet. Und dass in jedem Fall die Kriterien der Tierschutzverordnung eingehalten werden müssten, sei natürlich klar, so Baumgartner.

Gian Martìn, Marvin, Leonie, Mina und Leoni (von links) mit Kalifornier Kleinsilberkaninchen, weiss und havannafarben. (Bilder: Silvia Frick)

Gian Martìn, Marvin, Leonie, Mina und Leoni (von links) mit Kalifornier Kleinsilberkaninchen, weiss und havannafarben. (Bilder: Silvia Frick)